Abzocker wollten 8.500 Euro

Fiese Virus-Attacke auf Mosis Chauffeur

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Fiese E-Mail-Masche: Andreas Kaplan stockte der Atem, als er 8.500 Euro zahlen sollte

München - Rudolph Moshammers († 64) ehemaliger Chauffeur ist Opfer einer fiesen Virus-Attacke aus dem Internet geworden. Doch der Betroffene handelte genau richtig und verhinderte Schlimmeres.

 PosterXXL.de? Von der Internet-Seite hatte Andreas Kaplan (52) noch nie etwas gehört. Und plötzlich sollte der ehemalige Chauffeur des ermordeten Modezars Rudolph Moshammer († 64) für einen angeblichen Einkauf auch noch 8.500 Euro bezahlen… Er wurde Opfer von fiesen Online-Betrügern!

„Ich hatte doch nichts bestellt“, sagt er ratlos. In der E-Mail stand, dass der Betrag schon in zwei Tagen vom Konto abgebucht würde. Eine Widerrufserklärung könne im angehängten Ordner ausgefüllt werden. „Den Anhang hab ich aber nicht geöffnet. Ich hab die Sache gleich meinem Anwalt übergeben und Anzeige erstattet“, sagt Andreas Kaplan. „Da hat Herr Kaplan goldrichtig gehandelt“, sagt Tatjana Halm, Rechtsexpertin von der Verbraucherzentrale Bayern. „In dem Anhang solcher E-Mails mit Zahlungsaufforderungen verbirgt sich meist eine Schadsoftware.“

Die Verbraucherschützerin beoabachten in letzter Zeit eine Flut solcher fiesen E-Mails. „Den Absendern geht es dabei gar nicht ums Geld“, sagt Juristin Tatjana Halm. „Das könnte der Geschädigte ja wieder von der Bank zurückholen lassen.“ Den Betrügern geht es darum, die Kontrolle über fremde Computer zu bekommen. Mit dem Öffnen der angehängten Datei wird wohl ein Programm installiert, das unter Umständen private Daten ausspionieren kann.

Bei Andreas Kaplan ist zum Glück nichts vom Konto abgebucht worden. Trotzdem: „Einen gehörigen Schreck hatte mir die Sache schon eingejagt.“ Im Internet werden die fiesen E-Mails heftig diskutiert. Tausende haben sie schon bekommen, auch sie sollen angeblich bei verschiedenen Online-Shops Waren bestellt haben. Doch die Internetfirmen haben mit den Betrüger-E-Mails nichts zu tun. Ihr guter Name wird von den Ganoven missbraucht, um seriös zu wirken. „Das Gemeine ist, dass angeblich schon in zwei Tagen der Betrag abgebucht werden soll“, sagt Andreas Kaplan, der inzwischen als selbständiger Hausmeister arbeitet. „Da klickt man natürlich schnell auf den Anhang, um das zu verhindern.“ Verbraucherschützerin Tatjana Halm rät deshalb: „Ab in den Papierkorb, ohne den Anhang zu öffnen.“

J. Mell

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