Er fordert 57.000 Euro

Ruinierten Ärzte seine Gesundheit?

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Michael S. (44) am Oberlandesgericht.

München - Michael S. (44) schluckt schwer, als er über sein Schicksal sprechen soll. "Die letzten sechs Jahre waren übel", sagt er. Traurig schaut er zu Boden, dann betritt er den Saal E.37 des Oberlandesgerichts.

Hier klagt Michael S. seit Donnerstag gegen das Klinikum rechts der Isar. Mitte November 2010 hatte er dort Hilfe gesucht wegen starken Rückenschmerzen. „Mein Gesäß war taub.“ Deshalb fuhr er in die Notaufnahme. Doch da fingen die Probleme für den Patienten aber erst richtig an: „Meine Beschwerden wurden immer schlimmer, sodass ich richtig Panik bekam. Ich sagte das den Ärzten auch. Trotzdem wurde ich nicht richtig untersucht“, behauptet Michael S.

Trotz stationärem Aufenthalt wurde er zunächst nur konservativ behandelt. Erst, als Notfall-Komplikationen auftraten, wurde er operiert. S.: „Das war viel zu spät.“ Er leidet bis heute unter zerstörten Nerven im Lendenbereich, die auch zu Blasenschwäche und Erektionsstörungen geführt haben. Außerdem beklagt er ein chronisches Schmerzssyndrom.

Die Ursachen der schweren Schäden dafür schreibt Michael S. der Klinik zu. Von ihr fordert er nun Verdienstausfall und Schmerzensgeld in Höhe von 57 000 Euro. Im Prozess gestern stellte er seine Leidensgeschichte ausführlich dar. Ein Gutachter bestätigte, dass der Patient bei Taubheitsgefühlen nicht ausschließlich an den Beinen hätte untersucht werden dürfen.

Weiterer Kritikpunkt: Die Klinik hatte den Fall nicht ausreichend dokumentiert. Trotzdem wies das Landgericht die Klage in erster Instanz ab. Das OLG verhandelt nun erneut. Der Ausgang: offen. 

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