Leukämie-Patientin Rukija

tz-Leser retten ihr das Leben

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Rukija Mujic (47)kann Silvester schon wieder daheim und mit ihrer kleinen Nichte feiern. Rechts:

München - Das Schicksal von Rukija hat die tz-Leser bewegt. Dank zahlreicher Spenden konnte der Bosnierin eine lebenswichtige Stammzellentherapie ermöglicht werden. Jetzt sagt die 47-Jährige "Vergelt's Gott!"

Das Schicksal von Rukija Mujic (47) hat die tz-Leser bewegt. Die Bosnierin, deren Eltern Jahrzehnte lang im Pressehaus an der Bayerstraße als Reinigungskräfte arbeiteten, lebte als Kriegsflüchtling in München und erkrankte nach ihrer Rückkehr in die Heimat an Leukämie. Dabei hatte Rukija riesiges Glück: Das Blut ihrer Schwester Samira (36), die bei Radio Arabella arbeitet, passte. Doch in Bosnien war man nicht in der Lage, die Kosten für Rukijas Medikamente zu übernehmen. Rund 3000 Euro fehlten. Schließlich retteten die tz-Leser Rukija mit ihren Spenden das Leben.

"Es geht hier um ein Leben, wir müssen schnell handeln"

Zunächst telefonierte tz-Mitarbeiterin Neda C. herum. Ihre Freundin Lucia Colic-Türk legte bei ihrem Chef in der Klösterl-Apotheke ein gutes Wort ein – Johannes Zeise-Wallbrecher drückte Samira am 1. Oktober die Infusionen für Rukija in die Hand – ohne zu wissen, ob die Familie je das Geld zusammenbekommt. „Es geht hier um ein Leben, wir müssen schnell handeln“, sagte der Apotheker.

Der tz-Bericht über Rukija bewegte die Menschen und löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Samira und Rukija ahnten aber nichts davon, als in der Uni-Klinik in Tuzla die Vorbereitungen für die Transplantation begannen. Rukija musste in strengste Isolation, ungewiss, ob die Spende der Schwester helfen wird. Immerhin kam bald die überraschende Nachricht, dass die tz-Leser eine satte Summe gespendet hatten: 6800 Euro – genug für die Medikamente und einen Teil der Behandlungskosten.

Stammzellen angenommen: Rukija kann Silvester im Kreise der Familie verbingen

Am 17. Oktober fand schließlich die Knochenmarkspende statt – die erste analoge Transplantation in Bosnien. Samira bekam Wachstumshormone, die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut ausschwemmen. Die wurden Rukija von den behandelnden Ärzten Dr. Aida Arnautovic-Custovic und Dr. Vlastimir Simendic per Infusion verabreicht – mit gewaltigen Nebenwirkungen: Erbrechen, Durchfall, lähmende Schwäche, Haarausfall. Doch nach zehn Tagen war klar, dass Rukija die Stammzellen angenommen hatte! Silvester kann sie schon wieder im Kreis der Familie verbringen. Es geht ihr von Tag zu Tag besser, auch wenn die Haare nur langsam nachwachsen.

Rukija ist überwältigt, wie die tz-Leser ihr ins Leben zurück geholfen haben. Sie schickte eine E-Mail mit den Worten: „Es ist unglaublich, wie schnell die Hilfe kam, so viele Menschen aus Deutschland haben mir geholfen. Ich kann die Dankbarkeit, dass ich weiterleben kann, kaum in Worte fassen – Vergelt’s Gott!“

Johannes Welte

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