Rumänin flieht nach drei Tagen

Sex-Sklavin (18) in Verlies gefangen

München - Ein Fall von Menschenhandel beschäftigt die Münchner Polizei. Eine 18-jährige Rumänin war unter dem Vorwand, eine Arbeit als Kinderbetreuerin zu bekommen, nach Deutschland gelockt worden.

Wenn es stimmt, was diese junge Rumänin (18) zu berichten hat, dann schweben irgendwo in München oder Umgebung junge Frauen in höchster Gefahr. Gefangen in einem stinkenden Kellerloch, vergewaltigt, erniedrigt und psychisch gebrochen. Sie sind Gefangene der Zwangsprostitution. Und keiner weiß, wo sie sind …

Am 15. Dezember wurde mitten in Giesing eine Rumänin (18) gefunden, der die Flucht aus einem Bordell gelungen war. Mittlerweile hat sie Vertrauen gefasst zur Polizei. Und ausgepackt. Ihr Martyrium begann am Nikolaustag, 6. Dezember. Da kam sie nach München – angelockt von der Aussicht, als Kindermädchen bei einer Familie Am Hart arbeiten zu dürfen. Doch da war keine Familie. Da war ein Bordell. Sie schrie und weinte, weigerte sich und wollte sofort wieder heim. Sie musste in einen silbernen Opel Astra Kombi mit rumänischem Kennzeichen steigen. Die Fahrt mit verbundenen Augen dauerte etwa zehn Minuten, zuletzt war der Weg voller Schlaglöcher. Die 18-Jährige musste aussteigen, ein paar Schritte laufen. Jemand tippte einen Tür-Code ein. Dann ging es abwärts. Eine Steintreppe. Nur die letzten fünf Stufen waren aus Holz. Es stank entsetzlich nach Fäkalien, irgendwo rauschte ständig Wasser – laut! Die 18-Jährige wurde in einem dunklen Raum mit Stockbetten, rauen Wänden und Holzboden gestoßen. Keine Toilette, nur ein stinkendes Loch im Boden. Sie war nicht allein. Im Raum war bereits ein anderes Mädchen. Drei Tage blieb sie dort, bis sie psychisch gebrochen ins Bordell zurückging.

Die Polizei (Kommissariat 35 für Menschenhandel, Tel. 089/2910-0) befürchtet, dass sich weitere Frauen in dem Zuhälter-Verlies befinden und bittet um Hinweise auf passende Anwesen – eventuell im Münchner Norden oder auch außerhalb der Stadt.

Noch zwei schockierende Fälle:

Chinesin 17 Monate eingesperrt

Vor drei Jahren berichtete die tz von einem bis heute nicht aufgefundenen Sklavenhaus (Skizze), in dem die Chinesin Jiang C. (38, Name geändert) 17 Monate lang gequält und zur Prostitution gezwungen wurde. Das Opfer beschreibt das Haus als zweistöckig und cremefarben mit roten Dachziegeln und verwildertem Garten. Die Garage hatte ein Alu-Tor. Die Eingangstür war aus Holz, rechts davon war ein Fenster mit Rollladen.

Sally litt jahrelang

An Pfingsten 2012 wurde der zweite Fall bekannt: Die 17-jährige Sally (Name geändert) aus Nigeria wurde jahrelang zum Sex gezwungen – in einem Haus, das laut dem Mädchen irgendwo an der S-Bahnlinie 3 liegen muss, laut Polizei wahrscheinlich zwischen Fasangarten und Otterfing. Sally erinnert sich an einen Treppenabgang, viele Fahrräder und wenige Häuser. Das Haus war vermutlich cremefarben – wie das oben gesuchte.

Dorita Plange

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