Wird die Stadt das zahlen?

Rundfunkbeiträge des Rathauses explodieren

+
Wirtschaftsreferent Dieter Reiter hat in seinem Büro einen Fernseher stehen

München - Riesenärger um die Rundfunkgebühren der Stadt! Das Rathaus soll jährlich 350 000 Euro überweisen – laut Stadt ein Vielfaches der bisherigen Summe. OB Christian Ude hat Gesprächsbedarf.

Bislang wurden die städtischen Rundfunkgebühren, wie auch bei Privatpersonen, nach Anzahl der gemeldeten Geräte berechnet. Das hat sich zum Jahreswechsel geändert. Während nun die Gebühren pro Haushalt pauschal berechnet werden, sollen die Behörden nach „Betriebsstätten“ und Fahrzeugen zahlen. Auch die Stadt hat Fernseher und Radiogeräte, Rathaus-Sprecher Matthias Kristlbauer zur tz. „Da geht es um Autoradios und Fernsehgeräte, die viele Dienststellen brauchen, um sich informieren zu können.“ Nach dem von den Fernsehanstalten vorgegebenen neuen Schlüssel soll die Stadt für 1400 Autos und 1100 „Betriebsstätten“ zahlen.

OB Christian Ude nennt die enorme Steigerung der Rundfunkgeräte „grotesk“. Weiter: „Die Stadt unterhält viele Schulen und Kindertagesstätten, von denen man annimmt, dass dort viele Fernseher stehen.“ Gerade in den Kitas sei das eben nicht der Fall. Ude: „Die Eltern geben ihre Kinder ja dort ab, damit sie nicht vor der Glotze sitzen.“

Die Stadt Köln hat bereits angekündigt, dass sie ihren ebenfalls hohen Rundfunkbeitrag nicht zahlt. Und München? „Ich habe als Städtetagsvorsitzender die Rundfunkanstalten um ein Gespräch gebeten, indem geklärt werden soll, ob die Kommunen tatsächlich so viel zahlen sollen“, so Ude.

Und was sagen die Sender? „Sollte es zu nicht vertretbaren finanziellen Mehrbelastungen kommen, sieht das Gesetz vor, diese Fälle zu prüfen und wenn nötig Anpassungen vorzunehmen,“ erklärte Hermann Eicher, Justiziar des Südwestrundfunks.

Johannes Welte

Auch interessant

Meistgelesen

Ärger über die Bayern-Party: Der grantige Rest vom Fest
Ärger über die Bayern-Party: Der grantige Rest vom Fest
München top, München flop: Das gefällt uns - und das nicht
München top, München flop: Das gefällt uns - und das nicht
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Schäferhund reißt Sechsjährige zu Boden und beißt zu - Halterin flüchtet
Schäferhund reißt Sechsjährige zu Boden und beißt zu - Halterin flüchtet

Kommentare