Russenmafia-Boss in München vor Gericht

München - Ein hochrangiges Mitglied der Russenmafia muss sich ab Dienstag vor der Staatsschutzkammer des Münchner Landgerichts der Prozess verantworten.

Der Georgier Otar K. (47) ist laut Anklage ein „Dieb im Gesetz“ und direkter Untergebener der Bandenbosse Kakhaber S. (verhaftet in Barcelona) und dessen Bruder Lasha, nachdem europaweit gefahndet wird. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kempten sind die sogenannten „Diebe im Gesetz“ höchste kriminelle Führer, die von untergebenen Kriminellen (vor allem profesionell arbeitenden Einbrecherbanden) als Richter und Schlichter anerkannt werden.

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Die Mitglieder der kriminellen Organisation müssen in eine gemeinsame Kasse, den sogenannten Abschtschjak, einzahlen. Zu den „Regeln“ der Organisation gehört die Verweigerung der Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen sowie dass die Mitglieder keiner regulären Arbeit nachgehen. Hinter Schloss und Riegel sitzt auch der oberste Kassenwart in Deutschland, Ruslan A., genannt „Ilo“. Er residierte in München. Auch gegen ihn ist bereits Anklage erhoben.

Welche Summen er an die Zentralkasse im Moskau überwiesen hat, kann die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Otar K., der seit 16. Juni in Haft sitzt, wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung als Rädelsführer zum Vorwurf gemacht. Bisher hat er zu den Vorwürfen eisern geschwiegen.

E. Unfried

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