Billigfluglinie expandiert 

Ryanair kommt nach München

Die führende europäische Billigfluglinie Ryanair greift die Lufthansa-Gruppe nun auch am Flughafen München an. Was die Airline plant und ab wann die Iren München anfliegen:

München – Ab November werde es zunächst zwei tägliche Flüge von und nach Dublin geben, teilte die irische Fluglinie mit. „Wir freuen uns sehr, dass unsere günstigen Preise endlich in München angekommen sind“, erklärte Ryanair-Manager David O’Brien. Bisher fliegt Ryanair nur ab Memmingen („München West“).

Über die Ansiedlung von Ryanair in München war schon seit Jahren spekuliert worden. Doch scheiterte dies bisher immer an zu hohen Start- und Landegebühren. Noch im März hatte Flughafen-Chef Michael Kerkloh erklärt, mangels Slots werde die Lufthansa-Tochter Eurowings vorerst der letzte nennenswerte Neustarter in München sein. Dies hat sich nun geändert. Ryanair erfülle das, „was zu erfüllen ist“, sagte ein Flughafen-Sprecher. Deshalb stehe einem Start der Iren in München nichts mehr im Wege. Schon seit Ende März 2017 startet Ryanair am Flughafen Frankfurt, ebenfalls eine Lufthansa-Bastion.

Offen ist, was das für die Ausrichtung des Flughafens bedeutet. In München ist das Billigflugsegment mit nur sieben Prozent Anteil bei den Passagieren stark unterdurchschnittlich. Kerkloh hatte zuletzt betont, er strebe eine Erhöhung des Anteils an, setzte aber vor allem auf Eurowings. Die Lufthansa-Tochter hat mittlerweile vier Flugzeuge in München stationiert, weitere drei sollen folgen. Ryanair stationiert zunächst kein Flugzeug. Das könnte sich infolge der Insolvenz von Airberlin ändern. Airberlin hat in München einen Anteil von bis zu sechs Prozent bei den Flügen, rund 24 000 Starts und Landungen im Jahr. Über die frei werdenden Slots dürfte gerungen werden: Sowohl Lufthansa als auch Ryanair gelten als Interessenten.

Die Startbahn-Gegner sehen die Ansiedlung kritisch. „Der Konkurrenzkampf der Billig-Airlines soll die Zahl der Flugbewegungen künstlich nach oben treiben“, sagte der Abgeordnete Benno Zierer. Dem Flughafen sei alles recht, um „den Bau der dritten Startbahn zu erzwingen“.

Rubriklistenbild: © dpa

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