Das ist jetzt alles neu

Stammstrecke: Dafür wurde sie so lange gesperrt

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Die neue Brandschutzeinhausung verhindert bei einem Feuer, dass der Rauch nachzieht

München - Sechs Wochenenden lang mussten die Münchner S-Bahnkunden durch den Schienenersatzverkehr leiden. Vor dem letzten Sperr-Wochenende zog die Bahn am Montag Zwischenbilanz: Das ist alles neu!

Ergebnis: Dem Benutzer wird zwar nicht alles gleich auffallen, insgesamt aber wird die S-Bahn feuersicherer, die Bahnsteige heller und der Betrieb im Winter zuverlässiger. Die Bahn verbaut bei diesem Projekt 25 Millionen Euro und ist, so Bahnhofschef Heiko Hamann, „voll im Zeitplan“.

Die Maßnahmen:

Treppen im Glaskasterl: Die neuen Glaskästen mit automatisch schließbaren Türen an 16 S-Bahntreppen am Hauptbahnhof, Isartor und Marienplatz gehören zu den sichtbarsten Maßnahmen: Im Brandfall flüchten hier die Reisenden. Damit sie nicht im eventuell nachziehenden Rauch ersticken, schließen dann die Türen. Giftige Qualmwolken verschonen so auch das Zwischengeschoß. Am Isartor und am Rosenheimer Platz wurden die Häuschen im Vorjahr installiert. Parallel dazu erneuert DB-Station & Service auch die Rolltreppen.

Elektrik, Beleuchung, Decke: An allen Stationen der Tunnelstrecke wurden rund 6.000 Quadratmeter Funkenschutzplatten und 200 Tonnen Decken-Stahl-Unterkonstruktion entfernt. An der Bahnsteigkante wurde und wird eine neue, deutlich hellere Bahnsteigbeleuchtung moniert, die nach den Bauarbeiten in Betrieb genommen wird. Insgesamt wurden dazu 1100 Leuchten montiert. Die seit Jahren fehlende Deckenverkleidung wird 2013 erneuert. Sie wird durch eine leider nur schlichte, eher unauffällige, helle Metalldecke ersetzt.

Wettergeschützte Weichen: Im Winter ein Dauerthema. Fällt ein Eisbrocken in die Weiche oder friert Schnee fest, lässt sich die Weiche nicht mehr steuern: 18 der 27 wichtigsten Weichen (wie die abgebildete an der Donnersberger Brücke) erhielten einen Wetterschutz in Form einer Verschlussfachabdeckung. Die Weichen und die Abdeckungen wurden außerdem mit starken Heizungen ausgestattet. „Der Betrieb müsste jetzt im Winter deutlich zuverlässiger laufen“, sagt Projektleiter Johann Kapser. Weitere neun Weichen werden im nächsten Jahr ausgestattet. In Kapsers Zuständigkeitsbereich liegen 3300 wichtige Weichen. Das Geld für die Nachrüstung reicht 2012 nur für 200 Weichen.

Gleis-Erneuerung: Im Rahmen der Bauarbeiten wurden auch 16,2 Kilometer Schienen sowie 13 500 Schwellen und 24 500 Tonnen Schotter ausgetauscht.

Die gute Nachricht: Am kommenden Montag ist vorerst alles vorbei. Die schlechte Nachricht: 2013 wird der Betrieb wieder und diesmal an sechs Wochenenden sowie zusätzlichen Sperrtagen unterbrochen.

Zu hoffen bleibt, dass die DB dann auch in den Fernzügen nach München die S-Bahnsperre auf Englisch durchsagt und beim Fahrplan-Auskunftssystem die Leute zu den richtigen S-Bahn-Abfahrtsgleisen schickt.

Karl-Heinz Dix

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