S-Bahn: Das ärgert die tz-Leser

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München - Es geht nicht ohne – aber eben auch schwer mit: Die tägliche Fahrt mit der S-Bahn ist für viele Münchner oft ein Ärgernis. Wir haben uns der Probleme unserer Leser angenommen und an die Bahn weitergeleitet. Das sind die Ergebnisse.

Es geht nicht ohne – aber eben auch schwer mit: Die tägliche Fahrt mit der S-Bahn ist für viele Münchner immer wieder ein Ärgernis. Sei es wegen Verspätungen – erst in dieser Woche gab es zwei große Störungen – oder wegen kaputter oder fehlender Aufzüge am S-Bahnhof.

Wir hatten Sie, liebe Leser, aufgefordert, uns über Ihren persönlichen S-Bahn-Ärger zu informieren. Und es kamen etliche Mails und Briefe! Hier sind einige ausgewählte Probleme:

In einigen Fällen geht es um persönliche Vorfälle: So ärgert sich beispielsweise Studentin Kathrin Euler darüber, dass sie ihrer Schilderung zufolge mehrmals hintereinander auf „inkompetente und unwissende“ MVV-Mitarbeiter an Service-Schaltern geriet, die sie falsch beraten hätten. Rudolf Morhart schreibt, er habe seine 85-jährige Schwiegermutter wieder vom Bahnhof Dachau abholen müssen, weil es laut Fahrer keine Einstiegshilfe zwischen S-Bahn und Spalt für die alte Dame gäbe.

tz-Leserin Renate Hanig-Liebl berichtet, ein Fahrer habe sie am Truderinger Bahnhof zuerst nicht aus der verschlossenen S-Bahn herausgelassen und sie dann „angeblafft“. Alle Beschwerden liegen der Bahn nun vor, im letzteren Fall verweist die Bahn darauf, dass der Zug bereits ein Leerzug nach der Endstation war. „Falls Fahrgäste sich noch im Leerzug befinden, muss der Lokführer die Türen öffnen und die Fahrgäste aussteigen lassen“, sagt ein Sprecher der tz.

„Wenn der Lokführer sich geweigert hat, dann bedauern wir dies ausdrücklich. Wir werden ihn dazu einvernehmen.“ Viele andere Zuschriften beziehen sich auf Probleme, die wohl viele Fahrgäste stören:

Ismaning:

„Hier tropft es!“ tz-Leserin Harriet Nielsen (46) zeigt das undichte Dach am Bahnhof der S-Bahnstation Ismaning.

Für die 46-jährige Selbstständige Harriet Nielsen beginnt der Ärger gleich in der Früh, wenn sie zur Arbeit fährt: „Die supermoderne Überdachung hat ein großes Problem: In den Tageslichtlöchern sammelt sich das Regenwasser und tropft auf den Bahnsteig – das ist echt gefährlich.“ Am mittleren Ausgang gebe es eine Mulde, die eine Rutsch- und Stolperfalle darstellt. Zudem funktioniere seit etlichen Jahren die Telefonanlage für R-Gespräche nicht.

Bahn-Statement: „Die DB Station&Service AG ist am Bahnhof Ismaning nur für den Bahnsteig und dessen Ausstattung zuständig. Die bauliche Hülle und der oberirdische Teil liegen in Zuständigkeit der Gemeinde Ismaning. Wir werden mit dem Problem „Wassereintritt“ auf die Gemeinde zugehen. Vielen Dank für den Hinweis. Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich bei der Telefonananlage um einen privaten Telefonanbieter und nicht um eine Anlage der Deutschen Bahn.“

Westkreuz:

 Der S-Bahnhof gleicht einer Schotterwüste. „Im Frühjahr haben sie alles aufgerissen – seither gibt es dort keine Bänke oder Unterstände, zwischen dem Schotter sammelt sich das Wasser in Pfützen“, klagt tz-Leserin Maria Dobler. Noch ärgerlicher sei, dass der Lift seit Monaten außer Betrieb sei und Mütter mit Kinderwägen deshalb mit dem – meist überfüllten – Bus nach Pasing fahren müssten. „Ursprünglich sollten die Bauarbeiten schon im Mai beendet sein. Aber ich sehe dort so gut wie nie Arbeiter.“

Bahn-Statement: „Die Station wird zurzeit barrierefrei ausgebaut. Es sind provisorische Sitzbänke auf dem Bahnsteig vorhanden. Das Bestandsdach bot bis September Wetterschutz und musste nun für den Neubau weichen. Ab KW 43 wird mit der Montage des neuen Bahnsteigdaches begonnen und es wird wieder ausreichend Wetterschutz geben. Der Aufzug musste mit dem Umbau des Treppenabgangs und Rückbau des Daches stillgelegt werden. Durch die Aufhöhung des Bahnsteiges um 20 cm (von 79 cm Schienenoberkante auf 96 cm) muss die Aufzugeinhausung umgebaut werden. Mit Fertigstellung von Treppe, Überdachung und Aufzugeinhausung wird dieser wieder in Betrieb genommen.

Die Baustelle läuft unter rollendem Rad, d.h. sie muss zu jeder Zeit für die S-Bahn anfahrbar sein und für unsere Fahrgäste zugänglich bleiben. Dies erschwert den Bauablauf erheblich. Arbeiten, die im Gleisbereich stattfinden müssen, wie z.B. das Setzen neuer Bahnsteigkanten, können nur nachts oder in extra angemeldeten Sperrpausen erfolgen, wenn keine S-Bahnzüge verkehren. Da diese zugfreien Zeiten meistens nur wenige Stunden umfassen, gehen die Arbeiten entsprechend etwas langsam voran. Aus diesem Grund kann für die Fahrgäste der Eindruck entstehen, es würde nicht gebaut werden. Der Fertigstellungshinweis Mai 2011 bezieht sich auf den östlichen Treppenzugang. Dieser Treppenzugang wird aber erst im November fertig gestellt sein.

Der Bahnsteigbelag und der Aufzug werden voraussichtlich im Februar 2012 fertig gestellt sein, d.h. der Bahnhof wird ab Februar 2012 begehbar sein. Die Verzögerungen ergeben sich, weil u.a. Schwierigkeiten bei der Fertigstellung der Aufzuganlage aufgetreten sind. Die Bautafeln und Aushänge werden in der kommenden Woche aktualisiert.“

Harras:

 Eine große Baustelle – aber niemand arbeitet. So erscheint es zumindest Fritz Lauritsch. „Es wurde eine Treppe über die Gleise gebaut, über die ich als Gehbehinderter gar nicht gehen kann, da sie derart steil ist, dass sogar ein gesunder älterer Mensch seine Probleme hat.“ Er fragt: „Wenn Aufzüge renoviert werden, dauert das zwei bis vier Monate. Kann man ein Projekt nicht einfach mal durchziehen?“ 

 Bahn-Statement: „Der Zugang zum S-Bahnsteig Harras wird aufwendig umgebaut und neu errichtet. Hierfür mussten Rolltreppe und Treppenaufgang abgebrochen werden. Bauzeitlich wurde ein Treppenturm als Bahnsteigzugang an der A.-Roßhaupter-Str. errichtet und es steht weiterhin der Treppenaufgang an der Margarethenstraße zur Verfügung. Nach dem Umbau des Zugangsbereiches wird den Fahrgästen neben Treppe und Rolltreppe zukünftig auch ein Aufzug zur Verfügung stehen.

Auch diese Baustelle läuft unter rollendem Rad, d. h. sie muss zu jeder Zeit für die S-Bahn anfahrbar und für unsere Fahrgäste zugänglich bleiben. Arbeiten, die im Gleisbereich stattfinden müssen, können nur nachts oder in extra angemeldeten Sperrpausen erfolgen, wenn keine S-Bahnzüge verkehren. Aktuell finden die größten Baumaßnahmen im zukünftigen Zugangsbereich statt, welcher für die Fahrgäste nicht einsehbar ist (Betonierarbeiten in der Baugrube). Aus diesem Grund sind die aktuellen Baufortschritte für unsere Fahrgäste auf dem Bahnsteig schlecht erkennbar. Wir bedauern, dass es während der Bauarbeiten zu Beengtheiten und Einschränkungen kommt, was leider nicht vermeidbar ist.“

tz

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