Leitung bei Bauarbeiten beschädigt

Gas-Alarm sorgt für S-Bahn- und Verkehrschaos

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Auch am Hauptbahnhof mussten sich viele Fahrgäste eine Alternative einfallen lassen.

München - Wegen eines Lecks in einer Gasleitung kam es am Donnerstagmorgen an der Donnersbergerbrücke zu erheblichen Behinderungen im Münchner Berufsverkehr.

Als der Arbeiter gegen 7.30 Uhr mit seinem Schlagbohrer die Betonwand samt Gasleitung durchbrach, schossen mit Hochdruck große Mengen Gas aus dem Loch. Der Mann war mit Sanierungsarbeiten im Inneren eines Brückenpfeilers beauftragt. In diesem war binnen kurzer Zeit eine derart hohe Gaskonzentration, das akute Explosionsgefahr bestand. Die Folge: Die Polizei sperrte die Brückenauffahrten in beide Richtungen. Schnell bildeten sich lange Staus auf vielen Routen im Münchner Westen.

Da die Feuerwehr aber rund um die gesamte nördlichen Hälfte der Brücke deutlich erhöhte Gaskonzentrationen bei Messungen registrierte, wurde auch der S-Bahnverkehr eingestellt. Die Bundespolizei evakuierte den Bahnhof. In den angrenzenden Wohn- und Bürohäusern wurden die Menschen aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten und gegebenenfalls die Klimaanlagen auszuschalten, damit diese kein Gas in die Gebäude hineinsaugen.

Gasalarm: S-Bahn- und Verkehrschaos in München

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Techniker der Stadtwerke (SWM) sperrten die Hochdruckleitung ab – gegen 8.25 Uhr war dies gelungen. Im Anschluss saugte der SWM-Sicherheitsservice das noch in der Leitung verbliebene Erdgas ab. Aus Sicherheitsgründen blieb die Donnersbergerbrücke bis 9.40 Uhr für den Verkehr gesperrt. Die ersten S-Bahnen konnten zwar bereits gegen 9.20 Uhr wieder unter der Brücke hindurchfahren. Nach regulärem Fahrplan wurde aber erst nach Mittag wieder auf allen Linien gefahren. Zahlreiche Passagiere wichen darum auf U- und Trambahnen aus, die teils völlig überfüllt waren.

Laut den Stadtwerken hatte der Bauarbeiter die Leitung wohl aus Unachtsamkeit angebohrt, denn die private Baufirma sei über die Lage der Hochdruckleitung informiert gewesen – die entsprechenden Netzpläne seien auf der Baustelle vorhanden gewesen. Den entstandenen Schaden konnte die SWM am Donnerstag noch nicht beziffern – Regressforderungen würden aber geprüft, hieß es.

Passagiere und andere Verkehrsteilnehmer, die wegen der Sperrung Termine oder womöglich Flüge verpasst haben, können laut einer Juristin der Verbraucherzentrale indes wegen „höherer Gewalt“ keine Regressansprüche geltend machen.

Die Erdgasversorgung von Haushalten und Firmen war trotz des Zwischenfalls nach Angaben der SWM zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt.

Bereits letzte Woche kam es auf der Stammstrecke zu Chaos, als eine Fliegerbombe entschärft werden musste.

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