Zehn Jahre Stillstand?

Vor S-Bahn-Jubiläum wird Kritik laut

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München - Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube feiert am Donnerstag mit viel Prominenz in der Kleinen Olympiahalle das Jubiläum "40 Jahre S-Bahn München". Ein Aktionsbündnis übt derweil Kritik.

Es wird eine Mengen Lobreden geben, wenn Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag mit viel Prominenz in der Kleinen Olympiahalle das Jubiläum „40 Jahre S-Bahn München“ feiern wird. Doch für Organisationen wie dem Fahrgastverband Pro Bahn, dem Bund Naturschutz oder dem Verkehrsclub Deutschland, die sich zum Aktionsbündnis Münchner S-Bahn zusammengeschlossen haben, ist das Jubiläum auch Anlass für eine kritische Bilanz: „40 Jahre S-Bahn“, ärgert sich Andreas Barth von Pro Bahn, „heißt auch zehn Jahre Stillstand.“ Denn seit 2001, als Ex-Wirtschaftsminister Otto Wiesheu beschloss, den zweiten Tunnel für die Stammstrecke zu bauen, sei nichts mehr passiert.

Das Aktionsbündnis fordert deshalb, das Projekt Tieftunnel endlich zu begraben und mit den freiwerdenden Mitteln endlich das S-Bahn-Netz weiter auszubauen und Schwachstellen zu beseitigen. Ein Ziel, so Matthias Hintzen vom Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr und Dominik Lypp vom Bund Naturschutz, müsse es sein, den 10-Minuten-Takt auf allen Linien im stadtnahen Bereich zu verwirklichen. Wichtig sei dafür, dass man eigene Gleise für die S-Bahn habe. Genau das Gegenteil plane aber derzeit die Bahn: nämlich immer mehr Mischverkehrsstrecken, auf denen Regionalzüge und S-Bahn gemeinsam verkehren. Sogar der geplante Flughafen-Express solle von Nürnberg, Ulm und Lindau durch den geplanten Tieftunnel zum Flughafen fahren! Hintzen: „Mit diesem Konzept würde der Mischbetrieb mitten in der Münchner S-Bahn eingeführt. Verspätungen aus Nürnberg, Ulm und Lindau würden sich direkt zum Marienplatz auswirken.“

Damit die S-Bahn wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrt, fordern die Bündnispartner endlich Taten und die Abkehr von teuren Planspielen („70 Millionen Euro wurden so bisher verbrannt“) und Träumen. „Nur so bleibt die S-Bahn für die Münchner auch weiterhin attraktiv.“

WdP

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