Falsche Informationen

S-Bahn: App führt Pendler in die Irre

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Laut App fährt die S-Bahn normal - am Bahnsteig kommt dann die böse Überraschung.

München - Sturm "Niklas" macht den Pendlern in München und im Umland auch Tage später das Leben noch schwer: Die S-Bahn fährt nur eingeschränkt - und die Informationen führen viele in die Irre.

Für Niklas und die erheblichen Schäden, die der Sturm hinterlassen hat, kann die Bahn nichts - für falsche Informationen aber schon. Etliche Fahrgäste standen in den vergangenen Tagen an Bahnsteigen oder Bahnhofsvorplätzen und haben auf S-Bahnen gewartet, die entgegen des Fahrplans nicht kamen, oder Schienenersatzverkehr, den es offenbar doch nicht gab - das zumindest teilten User unserer Onlineredaktion mit. Auch auf Twitter machen viele ihrem Ärger Luft. Michael schimpft: "Wenn die S-Bahn nicht fährt, lasst es doch eure App und Kunden auch wissen."

Und tatsächlich: Gerade die Apps von Bahn und S-Bahn sind in diesen Chaos-Tagen nach "Niklas" nicht zuverlässig. Auch zwei Tage nach dem Sturm wird zum Beispiel bei der S3 morgens ein Zehn-Minuten-Takt angezeigt, die Bahn teilt jedoch über den Info-Service Streckenagent mit, dass die Züge nur alle 20 Minuten fahren. Was ist nun richtig? Für die Fahrgäste ist die Planung ihres Weges ein Glücksspiel - eine Zumutung für alle, die auf die S-Bahn angewiesen sind und ganz vorneweg für Berufspendler.

Die App ist so flexibel wie das Blatt Papier am Bahnhof

Die Verantwortlichen sind sich des Problems bewusst. "Wir nutzen die App ja selber und wissen, dass es da Verbesserungsbedarf gibt", räumt ein MVV-Sprecher ein. Allerdings handle es sich momentan auch um eine Ausnahmesituation, da es nach Sturm "Niklas" so unglaublich viele Fahrplanänderungen gebe.

Das Problem: Die Fahrplanauskunft der MVV-App "Companion" speist sich nicht aus Echtzeit-Daten. Einfach gesagt: Diese Auskunft ist so flexibel wie das Blatt Papier, das in den Kästen an den Bahnhöfen hängt. Sie zeigt an, wie die S-Bahn regulär fahren würde. Im Fall der S3 gibt es in den Morgenstunden einen Zehn-Minuten-Takt - Niklas hin oder her. Die einzige Möglichkeit, über die App an Echtzeit-Daten zu kommen, ist der Abfahrtsmonitor in der App - allerdings gibt es auch hier keine Garantie, die aktuellsten Informationen zu erhalten, so der MVV-Sprecher.

Was die DB-App angeht: Hier werden Störungsmeldungen und Zugausfälle - im Gegensatz zu Verspätungen - per Hand eingespeist. "Das ist in so einer Ausnahmesituation kaum zu bewältigen", sagt eine Bahn-Sprecherin. Da könne es passieren, dass es zu Abweichungen kommt.

Was sollen die Fahrgäste nun also tun? "Wer wirklich sichergehen will, die richtige Information zu erhalten, sollte auf die MVV-Webseite schauen", empfiehlt der MVV-Sprecher. Dort würden die aktuellsten Daten gezeigt - ähnlich wie beim Streckenagent. Derweil versichert er auch, dass man weiter an der App arbeite und hoffe, den Informationsfluss in Zukunft zu verbessern.

Probleme gibt es übrigens auch bei der BOB: Offenbar klappt der Schienenersatzverkehr zwischen Holzkirchen und München hinten und vorne nicht.

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