Der S-Bahn-Flop

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Defizitärer Snack-Service bei der S-Bahn.

München - Mit einem seiner ersten Prestige-Projekte ist der neue Münchner S-Bahn-Chef Bernhard Weisser schon ganz kräftig auf die Nase gefallen: dem Catering in der S-Bahn.

Die Idee war zwar nicht neu, aber gut: In den Münchner S-Bahnzügen verkauften Service-Mitarbeiter Bier und Brotzeit, Wasser, Kaffee und kleine süße Snacks. Mitte März startete Weisser deshalb zusammen mit der Firma IBS, die seit Jahren erfolgreich einen Minibar-Service in den Zügen von DB-Regio-Oberbayern betreibt, ein Modellprojekt.

Drei Monate lang sollten in allen Zügen der S 1 und S 8 zwischen Hauptbahnhof und Flughafen Verkäufer zwischen sechs Uhr früh und etwa 22 Uhr mit einer rollenden Minibar durchgehen. Die Preise waren zivil: Eine Butterbreze kostete nur 1,10 Euro und eine Halbe Augustiner nur 2,60 Uhr. Doch heimlich, sang- und klanglos, stellte S-Bahn-Chef Weisser den Service am 25. Mai vorzeitig ein.

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Eine Bahnsprecherin: „Der Caterer hat uns am 25. Mai um das vorzeitige Ende gebeten. Die Umsätze stimmten nicht. Bis jetzt hat den Service auch niemand vermisst.“ Bereits vor einigen Jahren scheiterte das gleiche Versuch aus den selben Gründen. Kritiker behaupten allerdings, dass die Verkäufer diesmal oft lustlos im Rekord-Tempo durch die Züge gelaufen sein – ohne ernsthaftes Interesse, die Waren auch zu verkaufen. Teilweise gab es auch Probleme, zwischen den Koffern in vollen Zügen durchzukommen. Ursprünglich hätte der Catering-Test diese Woche enden und bei Erfolg auf alle Linien ausgedehnt werden sollen. Stattdessen aber ist die Idee wieder ausrangiert worden.

Karl-Heinz Dix

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