Kommentar

Zweite S-Bahn-Stammstrecke in München: Bitte keine Luftplanungen

Die aktuelle Stammstrecken-Planung der S-Bahn München kommentiert Dirk Walter.
+
Die aktuelle Stammstrecken-Planung der S-Bahn München kommentiert Dirk Walter.

Das bayerische Verkehrsministerium hat eine Liste mit 43 Vorhaben bekannt gemacht, die das Bahnnetz im Großraum München verbessern sollen. Ein Kommentar.

Traum oder Albtraum? 43 weitere Ergänzungen für das Bahnnetz München klingen zunächst einmal gut. Doch eigentlich ist weder Zeit noch Geld da für ein großes Wünsch-Dir-Was. Die großen Engpässe sind längst bekannt. Es gibt hier kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. So sind sowohl die Bahnstrecke nach Freising/Landshut als auch die nach Weilheim/Garmisch-Partenkirchen überlastet und störungsanfällig – ohne dass auf absehbare Zeit Abhilfe in Sicht wäre. Auch etliche S-Bahn-Stecken, etwa die S 2 oder die S 4 im Westen, schreien nach Ausbau. Hinzu kommen Langzeitprojekte wie der Anschluss der S 2 an den Flughafen (Erdinger Ringschluss), die Walpertskirchner Spange oder die Verlängerung der S 7 bis Geretsried. Alles in Planung – doch gebaut ist bisher wenig bis nichts.

S-Bahn-Stammstrecke in München: Dicke Umplanung im Raum

Wäre die Politik beim Bahnausbau mit demselben Engagement zu Werke gegangen wie bei Straßen und Autobahnen, wären wir ein ganzes Stück weiter. Für weitere großspurige Luftplanungen haben Pendler kein Verständnis. Das gilt auch für einen unterirdischen Südast, der von der zweiten Stammstrecke Richtung München*-Giesing abzweigen würde. Der Bau wäre so kompliziert, dass man nur abraten kann. Es würde das Megabauwerk, das ohnehin Verspätung hat, weiter verzögern und verteuern. Besser wäre es, sich auf das Machbare zu beschränken – und den Tunnel zügig fertigzustellen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare