Was sagt die Statistik?

Problemlinie? Münchner S-Bahn-Pendler haben „langsam keine Geduld mehr“: Sprecher hält dagegen

Melanie Meichelbeck an der S7 in Aying
+
Melanie Meichelbeck hadert mit der S7.

Ausfälle, Verspätungen und keine Infos: Die Fahrgäste der S7 sind unzufrieden. Begründet? Die Statistik überrascht.

München - Die S7 - sie bringt viele zur Verzweiflung! „Ich habe langsam keine Geduld mehr, ich ärgere mich total über die ganzen Verspätungen“, schimpft beispielsweise Jillian Alice Knull (24) aus Aying. Täglich fährt sie mit der S7* in die Stadt - und muss oft ein bis zwei Stunden warten. „Die Linie ist wirklich verdammt unzuverlässig“, klagt auch Melanie Meichelbeck (24) aus Solln. Und mit diesem Gefühl sind die jungen Frauen nicht allein.

München: Zahlreiche Pendler klagen über Fahrten mit S7

„Wenn ich einen Termin in der Stadt habe, nehme ich zur Sicherheit immer eine Bahn früher“, sagt Jürgen Stanke aus Ottobrunn. Als Rentner habe er die Zeit dafür. Stanke setzt sich seit rund zehn Jahren für den Ausbau der S7 im Osten ein. Seit acht Jahren gibt es die Initiative S7 Ost Plus. In seinen Augen gibt es zwei große Probleme: Zum einen den schlechten Fahrplan und zum anderen, dass der nicht einmal eingehalten wird. „Das ist eine Frage der Infrastruktur“, sagt Stanke. Da müsse bloß eine Mutter Schwierigkeiten mit dem Kinderwagen haben und die Tür blockieren - schon sei der Salat da. Denn: Die Strecke ist in beiden Ästen nur eingleisig mit wenigen oder gar keinen Begegnungshalten.

Jillian Alice Knull verliert langsam die Geduld.

Immer wieder Kritik an der S7: Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Schlägt sich das auch in Zahlen nieder? Die Bayerische Eisenbahngesellschaft sagt: „Nein.“ An rund 100 Messstellen wird täglich und rund um die Uhr die Pünktlichkeit der Züge sekundengenau erfasst, darunter auch die der S-Bahn München. Die Zahlen überraschen: Bis 31. Juli dieses Jahres lag die Pünktlichkeitsquote der S-Bahn laut BEG (ähnlich wie die vergangenen Jahre) bei 93,5 Prozent, nur 4,5 Prozent der Züge fielen aus. Und auch die S7 fällt da nicht negativ auf. „Die Pünktlichkeit der S7 weicht nicht signifikant von anderen Linien ab“, sagt BEG-Sprecher Wolfgang Oeser. Auch bezüglich der ausgefallenen Kilometer lasse sich kein Trend ablesen, wonach die S7 heuer besonders stark betroffen sei.

Was die Infrastruktur angeht, ist Besserung in Sicht. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat im Rahmen des Programms „Bahnausbau Region München“ jüngst eine entsprechende Planungsvereinbarung mit der DB auf den Weg gebracht. Der Abschnitt zwischen Giesing und Kreuzstraße soll zweigleisig ausgebaut werden. (A. Wunderlich, pp) *tz.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare