Stau auf der S-Bahn-Stammstrecke und Störung bei Höllriegelskreuth

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S-Bahn-Sanierungsplan: Stammstrecke an sieben Wochenenden dicht

München - Der S-Bahn-Sanierungsplan liegt vor. Die Bauarbeiten sollen bis 2016 laufen. Pendler brauchen auf jeden Fall viel Geduld. An sieben Wochenenden ist die Stammstrecke dicht. Die Details:

Schlechte Nachricht für die täglich 820 000 S-Bahn-Pendler: Sie müssen nicht nur in diesem Sommer damit rechnen, dass die S-Bahnstammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof an sieben Wochenenden vom 6. Juli bis 20. August von jeweils freitags ab 19.45 Uhr bis Montagfrüh Betriebsbeginn gesperrt wird. Nächstes Jahr sind nach tz-Informationen sogar noch mehr Sperrtage vorgesehen. Insgesamt dauern vor allem die Brandschutznachrüstungen sogar bis 2016. Und noch eine schlechte Nachricht: Während der diesjährigen Bauarbeiten können auch die 10-Minuten-Takt-Verstärker-Züge nicht verkehren. Die Details der Arbeiten:

Neue Gleise:

Insgesamt werden heuer zwischen Hauptbahnhof und Pasing 8,1 Kilometer Gleise mit 16,2 Kilometern Schienen sowie 13 500 Schwellen erneuert und 24 500 Tonnen Schotter ausgetauscht. Aber auch im Bereich der drei Tunnelstationen Marienplatz, Isartor und Rosenheimer Platz werden die Schienen erneuert (die hier erst vor zehn Jahren ausgetauscht worden waren).

Alkohol-Party in der S-Bahn - Bilder der Protestaktion

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Die Gleisarbeiten kosten 5,7 Millionen Euro. Für die Gleisbauarbeiten muss das System der Linienzugbeeinflussung (LZB) ausgebaut werden. Statt im Bremsabstand plus Sicherheitsreserve verkehren die S-Bahnen während der gesamten Bauwochen nur mit dem klassischen Blocksystem (PZB 90), bei dem immer nur ein bestimmter Abschnitt von einem Zug befahren werden kann. Erich Brzosa, Netzbereichsleiter der DB: „Deshalb können nur noch 24 statt30 Züge pro Richtung und Stunde die Stammstrecke passieren. Deswegen entfallen die Taktverstärker.“

Weichen:

Außerhalb des Tunnels rüstet DB-Netz insgesamt 23 Weichen mit Abdeckungen nach. Sie sollen Weichenstörungen im Winter verhindern, die auftreten, wenn Eiszapfen am Zug im Tunnel antauen und in die Weiche fallen.

Donnersbergerbrücke:

Die Stadt nutzt die Bauphase, um die Brückenlager zu sanieren und abzudichten.

Mehr Bilder von der S-Bahn-Party

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Brandschutz:

Der mit 60 Millionen Euro Kosten teuerste, größte und langwierigste Brocken. Seit Jahren wird hier schon gebaut. Bahnhofsmanager Heiko Hamann teilte gestern mit, dass die Arbeiten noch bis 2016 dauern werden. Solange müssen die Fahrgäste mit Unannehmlichkeiten und sommerlichen Sperren rechnen. Hamann: „Bei der Brandschutzertüchtigung geht es vor allem darum, die Fluchtwege ins Freie möglichst lange rauchfrei zu halten. Nach den verschiedenen Tunnelunglücken wie Kaprun haben sich die Brandschutzvorschriften deutlich verschärft“.

Deshalb wurden und werden die Treppenaufgänge an allen unterirdischen Stationen komplett mit transparenten Wänden eingehaust. Heuer sind Hauptbahnhof, Karlsplatz und Marienplatz dran. 2011 wurden Isartor und Rosenheimer Platz umgebaut. Diese Bahnhöfe wurden im Vorjahr als erstes eingeglast, weil dort der starke Luftzug bei Rauchentwicklung eine besondere Gefahr darstellte. Die Einhausungen (bei denen sich nach dem Verlassen der Fahrgäste die Türen schließen) verhindern, dass der Rauch nach oben zieht.

Isartor und Rosenheimer Platz erhalten in den nächsten Jahren außerdem zusätzliche Treppen zum Zwischengeschoß. Am Isartor soll 2016 zusätzlich eine neue Treppe samt Aufzug den Bahnsteig direkt mit der Trambahnhaltestelle) neben der Grünfläche verbinden.

Zu den weiteren Maßnahmen in diesem und in den nächsten Jahren gehören der Einbau von Sprinkleranlagen, der Austausch der Beleuchtung und Notbeleuchtung, der Abbau der asbesthaltigen Funkenschutzplatten über den Bahnsteigkanten und die Erneuerung der Decken in den Tunnelbahnhöfen.

Karl-Heinz Dix

Rubriklistenbild: © dpa

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