S-Bahn: Wieso jetzt Glastüren reinkommen

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Schutztüren aus Glas sollen die S-Bahn-Pendler im Brandfall schützen

München - Münchens S-Bahn wird noch sicherer. Derzeit läuft ein aufwändiges Umbauprogramm. Anlass dafür ist ein Brand in Düsseldorf vor 15 Jahren, der katastrophale Folgen hatte.

Ziel: Im Falle eines Brandes sollen die Fluchtwege in den Zwischengeschossen auf alle Fälle rauchfrei gehalten werden. Deshalb werden jetzt so genannte Einhausungen für die Rolltreppen gebaut.

„Hintergrund für diese Maßnahme war der Brand am Düsseldorfer Flughafen vor 15 Jahren“, sagt Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp der tz. Damals waren 16 Menschen im Rauch erstickt. Es hatte im Terminal keine Brandschutztüren gegeben. Honerkamp: „Der Bund drängte auf eine Verbesserung des Brandschutzes an Verkehrsbauten, auch an den Bahnhöfen.“ Es war der Anlass für ein umfangreiches Sanierungsprogramm der unterirdischen S-Bahnstationen – auch bei der Münchner S-Bahn. Experten hatten ein entsprechendes Konzept erstellt, das auch mit der Feuerwehr abgestimmt wurde.

Zunächst nahm die Bahn die angehängten Deckenverkleidungen in den unterirdischen S-Bahnhöfen heraus, um dem Rauch mehr Platz zur Ausbreitung nach oben zu geben. Derzeit hat man deshalb freien Blick auf die Decken und die darunter verlegten Leitungen. Außerdem wurden an den Rolltreppen Schürzen angebracht, die das Abziehen des Rauchs nach oben über die Rolltreppenschächte verzögern sollen.

„Wichtigstes Ziel der Umbaumaßnahme ist, dass im Falle einer Rückentwicklung die Fluchtwege frei sind und der Rauch nicht nach oben in die Zwischengeschosse abziehen kann,“ sagt Honerkamp.

In einem zweiten Schritt werden jetzt die Rolltreppen, die als Fluchtwege vorgesehen sind, komplett verbaut. Konkret: Es werden in acht Bahnhöfen Glaswände eingezogen – mit geöffneten gläsernen Türen.

Im Falle eines Brandes sorgen neu eingebaute Rauchmelder dafür, dass die Türen sich automatisch schließen. Sie können aber von innen geöffnet werden und bleiben somit als Fluchtweg erhalten. Nach dem Öffnen fallen sie wieder zu.

Auch die Rolltreppen werden ausgetauscht. Sie werden künftig im Notfall von den Rauchmeldern automatisch angehalten. Am Pfingstwochenende ließ die Bahn bereits am Rosenheimer Platz sowie am Isartor die neuen Einhausungen einbauen sowie acht Rolltreppen auswechseln.

Als nächstes bekommen die S-Bahnhöfe am Marienplatz, am Stachus und am Hauptbahnhof die Glaskästen, dort werden auch 16 Rolltreppen ausgewechselt. In einem letzten Schritt sollen die offen liegenden Decken der S-Bahnhöfe wieder eine Verkleidung bekommen. Honerkamp: „Ich denke, es wird auf eine Lamellenlösung hinauslaufen, damit der Rauch nicht aufgehalten wird.“

Die Umbaumaßnahmen sollen übrigens Ende 2013 fertiggestellt sein.

Johannes Welte

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