S-Bahnen bekommen neuen Speziallack

+
Schaut zwar lustig aus, die Entfernung solcher Graffitis kostet die Bahn aber tausende Euro.

München - Im Kampf gegen bunte Graffittis an den Zügen geht die Deutsche Bahn einen neuen Weg: Ab dem kommenden Frühjahr bekommen sämtliche S-Bahnwagen einen neuen Speziallack.

Die Münchner S-Bahnen bekommen eine neue Lackbeschichtung. Nach Informationen des Münchner Merkur sollen ab Frühjahr 2012 sämtliche 238 Züge außen neu versiegelt erden. Nach Angaben eines Bahn-Sprechers frischt die farblose Beschichtung den eigentlichen Lack auf. Außerdem sollen die Züge dadurch deutlich einfacher von Graffitis zu reinigen sein.

„TutoProm“-Beschichtung heißt die Zauberformel, durch die die Münchner S-Bahnen künftig deutlich hübscher durch Stadt und Umland rollen sollen. „Das Material ist getestet und für gut befunden wurden“, so der Sprecher. Mit Ende des Winters soll begonnen werden, schrittweise sämtliche S-Bahnen damit zu beschichten. Gut ein Jahr lang dürfte es nach derzeitigen Planungen dauern, bis alle Züge fertig sind.

Nach Angaben der Bahn hat die Beschichtung drei Vorteile. Erstens, einen rein optischen: Das Material frischt die Farblackierung der Züge auf, sodass diese mehr glänzen. Zweitens: Der Grundlack wird versiegelt und hält länger. Drittens: Die farblose Beschichtung verschließt die feinen Poren im Lack, weshalb Graffitis deutlich leichter entfernt werden können.

Letzteres dürfte die wesentliche Motivation sein, sodass die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) für die anfallenden Kosten aufkommt. Die BEG plant, finanziert und kontrolliert den Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums. Sie vergibt einzelne Strecken an Bahnunternehmen, vertritt die Interessen der Fahrgäste und achtet auf einen möglichst effizienten Einsatz investierter Steuermittel. Erfüllen die Bahnunternehmen einzelne Vertragspunkte nicht, werden Strafen fällig, die in einen Topf fließen, aus dem Regionalverkehr-Projekte finanziert werden können. Die Beschichtung der Münchner S-Bahnen ist eines davon.

Die Arbeiten sollen alle in dem Betriebswerk in Steinhausen durchgeführt werden. Dort werden – neben anderen Schäden – auch Graffitis an den Zügen beseitigt. Und die Arbeiter haben damit viel zu tun. Denn München ist in Bayern eine Art Graffiti-Sprayer-Hochburg. Mehr als die Hälfte aller im Freistaat angezeigter Schmierereien im Bahnbereich fallen laut Polizei auf München.

Die Aufklärungsquote ist bei dieser Art der Kriminalität mit etwa zehn Prozent sehr niedrig. In München kooperieren die für Bahnanlagen zuständige Bundespolizei und das Münchner Polizeipräsidium bei der Graffiti-Problematik. Von der sogenannten „Koordinierungsgruppe Graffiti“ (KoGra) wurden dieses Jahr allein von Januar bis September im gesamten Münchner Stadt- und Landkreis-Gebiet rund 4000 Anzeigen erfasst.

Sven Rieber

Auch interessant

Meistgelesen

Sperrung auf S4- und S6-Strecke aufgehoben
Sperrung auf S4- und S6-Strecke aufgehoben
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ

Kommentare