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Facelifting für die S-Bahnen: So soll die neue Flotte aussehen

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Hereinspaziert in die gute Stube: So präsentieren sich die S-Bahnen der Zukunft.

Mehr Licht, mehr Platz, mehr Information: Die Fahrzeugflotte der S-Bahn München wird modernisiert. Bis 2020 sollen die Züge umgerüstet sein. Es gibt aber auch einen Nachteil.

München - Die Münchner S-Bahn bekommt ein Facelift. Aufgehübscht und praktischer für die Fahrgäste soll es in die nächsten zehn Jahre gehen, bis mit der Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke mehr S-Bahnen durch München fahren können. Am Donnerstag wurden die Details für die Innenraum-Gestaltung vorgestellt.

Die wichtigste Neuerung: Künftig sollen mehr Menschen Platz in den Zügen vom Typ ET 423 finden. „Unsere Berechnungen haben ergeben, dass wir sonst ab den Jahren 2020/21 womöglich Fahrgäste am Bahnhof stehen lassen müssten“, sagt S-Bahn-Chef Heiko Büttner mit Blick auf die steigende Bevölkerungszahl im Raum München. Deshalb werden die sogenannten Windfänge im Eingangsbereich der S-Bahnen schmaler - so sollen die Passagiere einfacher zu den Sitzplätzen kommen und sich besser im Zug verteilen. Dazu kommen Haltepilze, wie man sie aus der Münchner U-Bahn kennt.

Der neue Mehrzweckbereich mit Eckbank für Gruppen (links) und Piktogrammen für Rad und Rollstuhl.

Sitz pro Eingangstür fällt weg

Der Nachteil: An jeder Seite einer Eingangstüre fällt ein Sitz weg. Statt 192 Sitzplätzen pro Fahrzeug werden es künftig nur noch 166 sein. Durch den gewonnenen Platz zum Stehen sollen aber künftig 612 Fahrgäste pro Zug Platz finden, sagt Büttner - zwölf Prozent mehr als jetzt. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hofft zudem, dass die Züge durch das neue Design pünktlicher werden, wenn sich die Passagiere nicht mehr im Bereich der Türen stauen und so die Weiterfahrt verzögern.

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Auch der Mehrzweckbereich der S-Bahnen, wo derzeit Klappsitze und Fahrradgurte zu finden sind, bekommt ein neues Gewand. Piktogramme und farbliche Markierungen sollen klarer machen, wo eigentlich Rad und Rollstuhl hingehören. Am Zugende wird zudem „die erste Münchner Eckbank in Zügen“ eingebaut, so Büttner. Er nennt den für Familien und Gruppen gedachten Bereich „Kuschelecke“. Auch mehr Stauraum für Gepäck und modernes LED-Licht soll es geben.

Vorher: Viele stehen lieber an der Tür statt im Gang.

Monitore informieren über Fahrtverlauf

Neben der räumlichen Neugestaltung wird auch das Informationssystem in den S-Bahnen verbessert werden. Das Laufband, auf dem der nächste Halt in gelber Schrift gezeigt wird, hat ausgedient. Auf großflächigen Monitoren an den Decken werden Passagiere in Zukunft über den Fahrtverlauf informiert - auch das kennt man aus der U-Bahn. Außerdem ist geplant, auf den Bildschirmen über Umsteigemöglichkeiten, Störungen oder Schienenersatzverkehr zu informieren. Über Werbung wird allerdings auch nachgedacht.

Monitor an der Decke: Hier können Passagiere künftig den Fahrtverlauf verfolgen.

Der Umbau des ersten von 238 Fahrzeugen läuft bereits. Das erste Musterfahrzeug soll im zweiten Quartal 2018 in München eingesetzt werden. Bis Ende 2020 sollen dann alle Züge vom Typ ET 238 umgebaut sein. Daneben werden in den nächsten Jahren noch insgesamt 36 ältere Züge vom Typ ET 420 im Einsatz bleiben.

Neben der Modernisierung der Züge gibt es auch kleinere Verbesserungen beim Fahrplan. So wird es ab Ende 2017 einen durchgehenden 20-Minuten-Takt am frühen Nachmittag auch an den Außenästen von und nach Erding, Tutzing, Mammendorf und Petershausen geben.

Nachher: Mehr Übersicht, mehr Platz zum Stehen.

Dominik Göttler

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