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Personenunfall, Signal kaputt: Stammstrecke binnen 24 Stunden dreimal dicht

S-Bahn-Störungen an allen Ecken und Enden - und es ändert sich nichts

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Leider ein gewohnter Bild: Wegen Störungen bei der S-Bahn kommen die Leute nicht aus der Stadt - so wie hier am Montagaabend am Hauptbahnhof.

München - Die Fahrgäste sind zunehmend genervt. Auch am Dienstag war wieder S-Bahn-Chaos angesagt. Wo die Passagiere feststeckten und was die Bahn jetzt dagegen tun will:

Auch Dienstagvormittag war wieder Chaos bei der Münchner S-Bahn angesagt. Neben den schon täglichen „normalen Staus“ auf der Stammstrecke brachte zunächst am Morgen eine Signalstörung im Osten auf der S 2 zwischen Feldkirchen und Markt Schwaben auch den Betrieb auf der Stammstrecke durcheinander. Der zweite Personenunfall innerhalb von 24 Stunden sorgte dann neuerlich für ein Fahrplan-Durcheinander. Das Problem: Fahrgast-Information war wie immer Mangelware. Am Montag, als gegen 16.25 Uhr in Laim eine Person unter eine S-Bahn geraten war, fuhr Richtung Westen zunächst kein Zug mehr. Ab 17 Uhr verkehrten zumindest S-Bahnen und Regionalzüge nach Pasing. Doch weder am Hauptbahnhof noch unterwegs fand man es der Mühe wert, die Reisenden zu informieren. Und wie immer fielen die elektronischen Anzeiger dann aus, wenn sie besonders nötig sind: bei Störungen.

Durchsagen sind Mangelware

Dienstag früh wurde der übliche Stau auf der Stammstrecke in Laim stadteinwärts (der fast täglich existiert, aber der S-Bahn-Führung trotzdem angeblich nicht bekannt ist), dadurch verschärft, dass Züge nur noch mit Verzögerung Richtung Ostbahnhof vorrücken konnten. Dort wiederum kam die S 2 aufgrund der Signalstörung nicht Richtung Markt Schwaben weiter. Folge: Mindestens zehn Minuten Verspätung der Züge. Auch hier waren die Durchsagen Mangelware. Gegen 9.50 Uhr wurde dann am Bahnhof Gauting ein Mann zwischen S-Bahn und Bahnsteig eingeklemmt und mitgeschleift. Während der Bergungsarbeiten war die Strecke mehr als eine Stunde auch für den Regionalverkehr komplett gesperrt. Bis zum Nachmittag brachte es die S-Bahn allerdings nicht fertig, den Fahrplan auf der Linie wieder zu normalisieren. Etliche Stunden kam es zu Zugausfällen auf der Linie.

Bleibt die große Frage: Wann endlich macht die S-Bahn das immer wieder ausgesprochene aber nie gehaltene Versprechen war, ihre Fahrgäste vernünftig über Pannen zu informieren?

...und hier wird die Bahn jetzt endlich aktiv

Es gibt auch Lichtblicke bei der Bahn: So investiert sie jetzt in die Technik der Stammstrecke. Teils sind es nur kleine Maßnahmen, die aber größere Störungen vermeiden helfen und die eigentlich schon vor einigen Jahren hätten passieren müssen. Rund 50 Prozent der Störungs-Ursachen bei der S-Bahn verursachen je zur Hälfte Fahrzeuge sowie Leit- und Sicherungstechnik. Für letzte ist DB-Netz zuständig und deren bayerischer Geschäftsleiter Technik, Volker Hentschel. Er verspricht Maßnahmen (die teils sogar schon umgesetzt worden sind).

Die wichtigsten Punkte:

Technik 1972: Das Stellwerk München-Ost.

Zuglenkung: Per Zugnummernmeldeanlage und Zuglenkung wird der Betrieb auf der Stammstrecke im Regelfall automatisch vom Computer gesteuert, der Fahrdienstleister greift nur im Störfall ein. Problem: Stürzt der einzige (!) Rechner ab, geht erst mal gar nichts mehr. Jetzt hat die DB einen zweiten Rechner aufgestellt, der den Betrieb übernimmt, wenn der erste Computer streikt.

Linienzugbeeinflussung: Auch sie wird per Computer gesteuert, und auch hier gibt’s mittlerweile einen zweiten, denn: Alleine hier sorgten bisher zehn Ausfälle im Jahr für Chaos auf der Stammstrecke.

Das Stellwerk wird jetzt endlich umgebaut.

Stellwerk München Ost: 70 Störungen jährlich in dem Uralt-Stellwerk nerven. Jetzt wurde die komplette Verkabelung von 1972 erneuert, die Stellbereiche werden aufgeteilt. Bei einer Störung ist somit nicht mehr das ganze Stellwerk betroffen.
Abfertigung: Im Dezember werden auch in Laim, an der Donnersbergerbrücke und der Hackerbrücke Abfertigungseinrichtungen in Betrieb genommen: Um den Fahrgastwechsel zu beschleunigen und das Zwangsschließen der Türen zu erlauben, werden Mitarbeiter am Bahnsteig Anweisungen zum Türenschließen und den Abfahrtsauftrag erteilen. „Das spart fünf bis acht Sekunden pro Halt“, sagt Hentschel zur tz. Alle Stammstrecken-Stationen wurden außerdem mit digitalen Ansagen ausgestattet.

Weichenerneuerung: 79 alte und störanfällige Weichen wurden bisher und werden heuer und im nächsten Jahr erneuert. Zusätzliche Streckenblöcke in Feldmoching und bei Türkenfeld werden eine ein dichtere Zugfolge erlauben.

K.H. Dix

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