S8-Tunnel: Grüne mahnen zur Vorsicht

München - Die Grünen mahnen beim geplanten vierspurigen Ausbau der Flughafen-S-Bahn S8 zwischen Daglfing und Johanneskirchen zur Vorsicht, weil das Geld sonst an anderen Lärmzentren fehlen könnte.

Am Mittwoch beschäftigt sich der Planungsausschuss der Stadt mit dem geplanten vierspurigen Ausbau der Flughafen-S-Bahn S8 zwischen Daglfing und Johanneskirchen. Das Planungsreferat spricht sich für einen Tunnel zwischen Daglfing und Johanneskirchen aus, um den besten Lärmschutz zu garantieren und die städtebauliche Barriere der S-Bahnlinie zu überwinden. Auch SPD und CSU im Stadtrat wollen die Röhre. Die würde allerdings für die Stadt Mehrkosten von bis zu 550 Millionen Euro bedeuten!

Der Freistaat würde nur 175 Millionen Euro für den oberirdischen Ausbau bezahlen, der mit vier Metern hohen Lärmschutzwänden verbunden wäre. Diese Zahlen stehen in einem vom Freistaat in Auftrag gegebenen Gutachten, an dem sich die Stadt finanziell beteiligt hat.

Doch das Gutachten nennt auch eine dritte Variante, die aus bepflanzten Lärmschutzwänden, Krach schluckenden Parallel-Bauten, Park-artigen Lärmschutzwällen und Grünbrücken und Fußgänger-Stegen bestehen soll, der Auto-Verkehr würde durch Unterführungen fließen. Diese Variante würde die Stadt nur 125 Millionen Euro kosten.

Dem Stadrat liegt das Gutachten nur in Kurzfassung vor. Darum wollen die Rathaus-Grünen erst einmal die Langfassung sehen, bevor entschieden wird. „Es geht hier um viel Geld“, so Grünen-Stadträtin Barbara Nallinger. „Ein Tunnel wäre optimal, doch er würde viel Geld kosten, das für Lärmschutzmaßnahmen an anderer Stelle fehlen würde.“

Johannes Welte

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