Große Diskussion im Netz

Fiese MVV-Fallen: Vor allem eine Regelung sorgt für Ärger

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Teures Pflaster: Den Bahnsteig betreten kostet im MVV 40 Cent - auch wenn man gar keinen Zug nimmt.

München - Fahrgäste können in München ungewollt schnell zum Schwarzfahrer werden! Unser Artikel über fiese MVV-Fallen sorgte für jede Menge Diskussion im Netz, viel Kritik gibt es vor allem an einer Regelung.

Wer in München einem Bekannten einen Koffer zur U- oder S-Bahn tragen will, der muss blechen. 40 Cent kostet das Bahnsteigticket, das es außer in München nur noch in Hamburg gibt. Das Bahnsteigticket war nur eine von vier MVV-Fallen, über die wir am Montag berichteten. Doch die 40 Cent sorgten viel Ärger im Netz. Denn wer sie nicht bezahlt, ist Schwarzfahrer.

"Abzocke pur ein Bahnsteigticket...", ärgert sich Gabi Haidenbauer in den User-Kommentaren. Ein anderer Nutzer glaubt, dass die MVV mit dem Ticket ganz bewusst eine Abzockfalle aufgestellt hat: "Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Es dient dazu, jemandem Geld aus der Tasche zu ziehen, der keinerlei Gegenleistung erhält. Da wundert es nicht, wenn die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wieder rückläufig ist." Nur noch Spott hat Thorsten Maier für das Bahnsteigticket übrig: "40 Cent um das Gelände zu betreten. Hahahahaha." Nutzer "Manuel112" schreibt: "Das "Bahnsteigticket" schlägt dem Fass den Boden aus. Abzocke hoch drei! Zudem werden unbescholtene Bürger zu kriminellen abgestempelt." Kein Problem mit dem Ticket hat Nutzer "Rett": Die Bahnsteigkarte gibt es schon seit dem es den MVV gibt!"

Bei der S-Bahn so, bei der MVG so

Eine weitere Abzockfalle hat Nutzer "Peterle" ausgemacht: "Wenn man normalerweise seine Tageskarte bei einem S-Bahn Automaten kauft, aber eines Tages U-Bahn fahren muss und die selbe Tageskarte bei einem MVG-Automaten kauft, muss diese Tageskarte plötzlich gestempelt werden - was beim S-Bahn Automaten nicht der Fall ist. Völlig absurd, warum gibt es hier einen anderen Prozess obwohl es sich scheinbar um das selbe Ticket handelt?"

Unbewusst das falsche Ticket gezogen - das ist für den Nutzer "Faxn dick, fahr lieber Auto!" schnell passiert: "Letztes Wochenende standen wir selbst vor dem Ticketautomaten (bei Sonnenschein nicht ablesbar) und den Tarifbedingungen und haben versucht herauszufinden, welche Fahrkarte wir denn nun kaufen müssen. Von einem andern Fahrgast erst einmal die falsche Information bekommen. Nach 10 Minuten war es uns auch schon sofort fast völlig klar. Innenraum - Zonen - Bereiche - Dauer..." Dabei habe er ein Ingenieursdiplom und seine Frau promoviert, schreibt unser Leser. Spöttisch bemerkt Nutzer "hwdmoba": Die sicherste Lösung für Mitmenschen, die das Münchner MVV-Abitur nicht beherrschen, ist immer noch die Vermeidung der MVV-Verkehrsmittelnutzung."

User "General streik" hat bei defekten Automaten einen Tipp: "Die Nummer des Automaten merken, evtl. Foto von der Störungsmeldung auf dem Bildschirm machen, und dies bei der Hotline melden und dem Kontrollpersonal so mitteilen. Das gleiche gilt für defekte Entwerter. Die Richtigkeit wird zeitnah überprüft und in der Regel wird schon durch die Kontrolleure meist kulant gehandelt."

"Schlafdamisch" in der Früh

Vielleicht lässt sich eine Schwarzfahrer-Strafe aber auch durch eine Extra-Tasse-Kaffee am Morgen vermeiden. Denn User "Majestät" glaubt an die Müdigkeits-Falle: "Das Problem ist bei mir in der Früh: Da bin ich noch schlafdamisch und hab schon öfter deswegen falsch gestempelt."

mb

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Kommentare

LifeguardAntwort
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Da haben Sie jetzt auch genau die Bereiche erwischt, bei denen bereits Fahrlässigkeit bestraft wird. Es ist für jeden Ladenbesitzer ein Schlag ins Gesicht, welche "Privilegien" gegenüber Verbrauchern der ÖPNV besitzt.
Wenn Sie etwas im Laden in die eigene Tasche stecken, wird der Diebstahl dennoch erst mit dem Verlassen des Ladens vollbracht. Beweisen Sie nun mal, dass das in die Tasche stecken nicht im ermangeln einer anderen Transportmöglichkeit passiert ist, und dass verlassen des Ladens dann nicht aus purer Schusseligkeit. Wenn jemand ihr Grundstück zuparkt, weil er nicht 5 m weiter laufen möchte. Bis hier die "Obrigkeit" überhaupt tätig wird. Und dann die Spitzfindigkeit, dass der Zuparker einen ja nicht direkt schaden wollte. Bescheißen Sie mal jemanden um 3€. Da wird die Justiz dass ganze regelmäßig direkt einstellen. Aber wg 40ct Bahnsteigticket wird das ganze Programm durchexerziert.
ich kann verstehen, warum sich Menschen hier aufregen, denn Geschwindigkeit wie Schwarzfahren sind 2 Bereiche, in denen der Staat bereits bei Fahrlässigkeit hart durchgreift.

Wolle Antwort
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100 Euro, ersatzweise einen Tag Haft in den eigens eingerichteten MVG Kurzzeitzellen, im U-Bahn Tunnel.
Ja, wer verdammt nochmal, die Beförderungsbestimmungen nicht auswendig gelernt hat, ist selber schuld wenn er einsitzt. Ich lerne die auch immer, wenn ich weltweit in Großen Städten, ein oder zweimal ein öffentliches Verkehrsmittel benutze. Ich habe in vierzig Jahren aber noch kein verrückteres Tarifsystem entdeckt. Obwohl ich immer danach suche.

bledsgschwätz
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Ich kann das ganze Rumgezicke nicht verstehe, das sind wahrscheinlich die gleichen Leute, die rummotzen, weil sie beim Zuschnellfahren geblitzt wurden. Steht doch endlich mal für Eure Fehler gerade, anstatt die Welt mir Eurem Gemotzte zu nerven. Es gibt Regeln und an die muss man sich halten, sonst muss man mit Konsequenzen rechnen. Wenn ich mich in einem Lokal aufführe, wirft mich der Wirt raus. Also, als Münchner weiß man nicht erst seit Gestern, dass wenn ich an einem Stempelautomaten vorbeigehe, ich auch stempeln muss, sonst zahl ich. Die Bahnsteigkarte ist auch allgemein bekannt, Überraschung. Wenn ich eine Sperrenkontrolle am Sendlinger Tor nicht erkenne, sondern einfach durchrenne (weil ich toll bin, mir mein Handy/Kindl oder sonst was wichtiger ist), dann sollten eigentlich schon 100 Euro fällig sein, allein zu Lehrzwecken. Als Auswärtiger oder Neumünchner kann man sich erkundigen oder einfach mal die Allgemeinen Beförderungsbedingungen lesen (wenn man es denn kann), da ist alles fein säuberlich aufgeführt.