Er sagte, er hätte Aids: Räuber bedroht Verkäuferin mit Spritze

München - Er brauchte dringend Heroin - und wollte über Überfälle an dieses Geld kommen. Dafür steht ein 41-Jähriger nun vor Gericht.

Er drohte der Verkäuferin mit einer mit Blut gefüllten Spritze und einer Aids-Infizierung - damit wollte ein 41 Jahre alter Süchtiger an Geld für Drogen kommen. Der Mann gestand die Tat am Montag vor dem Münchner Landgericht. Er habe ihr mit der Spritze gedroht, wenn sie ihm das Geld aus der Kasse nicht gebe, schilderte die 22-jährige Angestellte eines Drogerie-Markt als Zeugin. Sie habe ihm daraufhin etwa 1000 Euro gegeben. Tatsächlich ist der Angeklagte nicht HIV-positiv.

Der Drogensüchtige bekam nach seinen Angaben zur Tatzeit eine Ersatzdroge, hatte diese aber schon einige Zeit nicht mehr genommen. Abszesse an den Beinen hätten einen Arztbesuch verhindert. Zu dem ersten Überfall am 16. Mai 2011 schleppte er sich zu dem Laden im Nebenhaus - von der Beute habe er sofort Heroin gekauft und sich, sobald es ihm besser ging, vier Wochen im Krankenhaus behandeln lassen. Der 41-Jährige hatte einen Drogenentzug in Aussicht, der vier Tage nach seiner Entlassung aus der Klinik beginnen sollte.

Zwei weitere Überfälle im Juni folgten. Der Angeklagte bedrohte zunächst mit einem Messer einen Apotheker, der seiner Mitarbeiterin im Nebenraum zurief, sie solle die Polizei rufen. Nach seiner Flucht ohne Beute bedrohte der 41-Jährige an einem Bankomaten in der Nähe eine Frau. Sie gab ihm ebenfalls kein Geld und schrie um Hilfe, so dass der Angeklagte auch hier ohne Beute davonlief. Die Frau erlitt einen Schock und war wochenlang in stationärer psychiatrischer Behandlung.

dpa

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