Chefin der Münchner Cryobank zeigt:

So geht's in der Samenbank wirklich zu

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Diplom-Psychologin Constanze Bleichrodt erklärt uns die Samenbank

München - Ist Samenspende leicht verdientes Geld im Sexkino? Wir haben eine Münchner Samenbank besucht und zeigen, was dort wirklich abgeht.

Samenspende - das klingt für viele Männer nach leicht verdientem Geld im Sexkino. Doch die Realität sieht ganz anders aus. merkurtz.tv hat die Cryobank in München-Solln besucht, eine von nur zwei Samenbanken der Stadt.

Video: So geht's in der Samenbank wirklich zu

Diplom-Psychologin Constanze Bleichrodt (35, noch ohne Kinder), die Tochter des Mitgründers Dr. Wolf Bleichrodt, führt uns durch die Praxis und erklärt, wie Samenspende wirklich funktioniert.

Wie geht Samenspende? Zu Besuch in der Münchner Samenbank

Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, was mit dem Sperma der Spender passiert.
Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, wo die Spender ihr Sperma abgeben und was damit passiert. © kim
Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, was mit dem Sperma der Spender passiert.
Die Cryobank, die es seit 1983 gibt, ist im mediCenter Solln nähe der S-Bahn-Haltestelle untergebracht. Zu ihrer Gründungszeit war das Unternehmen in Deutschland ein Vorreiter seiner Branche. © kim
Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, was mit dem Sperma der Spender passiert.
Die Cryobank ist eine von nur zwei Samenbanken in München und vom Freistaat Bayern als Gewebebank zertifiziert, was seit 1997 verpflichtend ist. Das soll noch mehr Sicherheit und Qualität versprechen. © kim
Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, was mit dem Sperma der Spender passiert.
Wer eine Art schmuddeliges Sexkino erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. © kim
Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, was mit dem Sperma der Spender passiert.
Wir zeigen Ihnen, was hinter diesen Türen passiert. © kim
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Im zweiten Stockwerk des mediCenters geht es zur Cryobank. Wer hierher kommt, hat entweder einen unerfüllten Kinderwunsch oder bereits eine Einladung der Cryobank erhalten © kim
Denn die Anmeldung der Spender erfolgt in der Regel durch ein Online-Formular im Internet, in dem der potenzielle Spender sich bewirbt. Neben Standardangaben werden Haarfarbe, Größe, Augenfarbe, Gewicht, Blutgruppe samt Rhesusfaktor sowie Schulabschluss, Ausbildung, Beruf, Hobbys und Interessen abgefragt. Nicht zu vergessen: ein aktuelles Foto. Außerdem sollen Bewerber ihre Motivation für eine Spende erklären und sich selbst kurz vorstellen. So betreibt die Cryobank eine erste Auslese. Nur einer von neun Spendern kommt am Ende tatsächlich zum Schuss. © kim
Wer aufgrund seiner Angaben für eine Spende infrage kommt, erhält eine Einladung. Im persönlichen Gespräch versucht die Diplompsychologin Constanze Bleichrodt, unter den Kandidaten die richtigen Charaktere für eine Spende herauszusuchen. © kim
Schon auf der Homepage heißt es: "Eine gute Ausbildung, Freude und Engagement im Beruf, aber auch an Hobbies, Freunden und Familie sind ebenso eine Voraussetzung wie Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und ein guter Charakter." © kim
Auch die restlichen Kriterien sind nicht ohne. Spender müssen zwischen 22 und 36 Jahren alt sein, nicht dauerhaft Medikamente einnehmen, ein gepflegtes Äußeres und eine "ansehnliche, männliche Erscheinung" haben, neben Hobbys auch eigene Ziele im Leben besitzen, sich mit dem Thema Samenspende auseinandergesetzt haben, aus München oder dem näheren Umkreis kommen, Zeit für mehrere Proben haben, und sie dürfen nicht bereits bei einer anderen Samenbank Spender sein. © kim
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"Wenn wir Interesse haben, weil wir nicht immer jedes Aussehen suchen, würden wir uns melden und zu einer Probespende einladen", sagt Costanze Bleichrodt, deren Vater Dr. Wolf Bleichrodt die Cryobank mitgegründet hat. © kim
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Immer noch ein Kandidat? Costanze Bleichrodt führt uns nun durch die Räume. Neben ihr sind vor allem Biologen und Apotheker bei der Cryobank angestellt. © kim
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Nicht nur Rezeption ähnelt der in einer Arztpraxis © kim
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Auch die Gänge sehen genauso aus © kim
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Potenzielle Spender werden nicht nur befragt, sondern vor Ort untersucht. Doch nicht nur der Kandidat muss kerngesund sein. In der Familie des Spenders dürfen keine Erbkrankheiten oder chronischen Erkrankunngen wie Diabetes, Epilepsie, Krebs oder psychische Störungen vorkommen. Risikogruppen wie Drogenabhängige, Männer mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern und Homosexuelle fallen wegen der Gefahr der Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit ebenfalls durchs Raster. © kim
Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, was mit dem Sperma der Spender passiert.
Jetzt geht's zur Spende! Dieser Raum liegt im Keller des Gebäudes. Auf den Weg zum Abgabezimmer bekommt der Spender eine Tüte für den Becher - Diskretion.  © kim
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Hinter dieser Tür erwartet den Spender erst mal ein strenger Zitrusgeruch. © kim
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Auch hier wirken die Räume klinisch steril © kim
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Vom Schmuddel-Image, das viele mit einer Samenbank verbinden, keine Spur. © kim
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Hier ist gerade ein Spender zu Gange! Wie in einem Hotel zeigt das Türschild, dass der Raum momentan nicht betreten werden soll. © kim
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Der Raum ist nur wenige Quadratmeter groß und eigentlich eine ganz normale Toilette. Alles ist peinlich genau gereinigt. "Sieht gar nicht so einladend wie im Porno-Kino aus", scherzt Bleichrodt, "sehr nüchtern eigentlich." © kim
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Da sind sie, die ominösen Magazine! In einer Schublade stecken Sex-Hefte, mal mehr, mal weniger explizit. © kim
Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, was mit dem Sperma der Spender passiert.
Auch Klassiker wie Playboy, Penthouse und Coupé sind darunter. Entgegen des gängigen Klischees sind die Seiten der Magazine NICHT verklebt. Ein Heft mit nackten deutschen Hausfrauen, das schon etwas älter wirkt, befördert Bleichrodt in den Papierkorb. "Die letzten Hefte habe ich gekauft, aber ich habe mich beraten lassen", erklärt sie. © kim
Was geht ab in der Samenbank? Wir haben die Münchner Cryobank im Stadtteil Solln besucht und zeigen Ihnen, was mit dem Sperma der Spender passiert.
Neben den Heftchen steht auch eine Reihe von Sex-Filmen und ein DVD-Player bereit. Das Anschauungsmaterial soll den sexuellen Anreiz bei der Spende liefern. © kim
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"Filme und Heftchen, das muss reichen. Wir hoffen, dass der Rest die Fantasie bringt", sagt Bleichrodt. © kim
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Wer eine Gratis-Pornovideothek erwartet, könnte enttäuscht sein. Die Filme sind weder äußerst Hardcore, noch sind sie in großer Auswahl vorhanden. Schließlich sollen die Spender den Raum nur begrenzt lang blockieren. "Ich glaube, manche schauen sich danach noch ein Filmchen an", sagt Bleichrodt mit einem Grinsen. © kim
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In den Becher links ist die Probe zu entrichten.  © kim
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Falls mal was danebengeht: Es gibt ja ein Waschbecken ... In der Regel kommt das aber nicht vor, erklärt Bleichrodt, schließlich seien die Becher groß genug. © kim
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Der Spender hat seine Arbeit verrichtet, jetzt sind die Biologen an der Reihe. Das Sperma wird nun auf seine Qualität untersucht. © kim
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In einem Reinraum füllen sie das geeignete Sperma in Plastikröhrchen ab. © kim
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Hier wird klar: Es geht nicht um die Menge des Spermas, sondern um die Qualität. Nur geeignete Proben werden nun konserviert. © kim
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Mit Stickstoff wird das Sperma auf die richtige Temperatur gebracht - zapfige minus 196 Grad Celsius! © kim
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Das Sperma muss in einem speziellen Verfahren gekühlt werden, sodass es keinen Schaden nimmt. © kim
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Ein Computer neben dem Behälter überwacht, dass alles seinen korrekten Gang geht. © kim
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In diesen Behältern lagert schließlich das Sperma. © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
Constanze Bleichrodt gestattet uns einen intimen Blick in den Behälter. © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
Auf dem Rand kleben bunte Zettel mit Fantasienamen, die die Proben zum jeweiligen Spender zuordnen. © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
Wer welchen Decknamen erhält, das entscheiden Bleichrodt und der Spender im persönlichen Gespräch. Wer in etwa dem Schauspieler Brad Pitt ähnelt, könnte hier demnächst als "Brad" aufgeführt werden.  © kim
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Im Inneren des Behälters ist es so kalt, dass es beim Entfernen des Deckels raucht. © kim
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Jetzt muss es schnell gehen. Bleichrodt kann uns die Proben nur ganz kurz zeigen, damit sie keinen Schaden nehmen.  © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
Einzeln herausgenommen werden dürfen die Proben daher nicht. Sie könnten sonst auftauen. © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
Wie mit einem Schöpflöffel zieht sie die Proben heraus. © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
In diesem Behälter stecken zwei Proben. © kim
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Und immer noch raucht es. © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
Spätestens jetzt wird klar: Samenraub (Wortschöpfung Boris Becker) macht in dieser Bank keinen Sinn. © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
"Ich denke, da das tiefgefroren ist, können die meisten nicht viel damit anfangen", scherzt Bleichrodt. © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
Die Spenden werden nicht etwa in Reagenzgläsern aufbewahrt, sondern in sogenannten "Straws", kleinen Plastikstrohhalmen. © kim
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Nur 0,3 Milliliter passen in diese Halme. Nicht auf die Menge kommt es an ... © kim
Cryobank München Solln Samenbank Sperma
Schnell zurück! © kim
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Die Temperatur der Kessel wird stets überwacht. © kim
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"Wir sind froh, dass wir gute Typen als Spender haben. Die Paare sind so dankbar, wenn sie dann auf diesem Wege ein Kind bekommen", weiß Bleichrodt. © kim
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Wer an einer Samenspende interessiert ist, kann sich hier informieren und bewerben. © kim

Frau Bleichrodt, ist Samenspende ein lukrativer Nebenjob?

Constanze Bleichrodt: Es heißt "Spende". Es ist also kein Verkauf. Es gibt pro Spende, die wir verwenden können, 80 bis 100 Euro. Das ist schön verdientes Geld. Aber sehr lukrativ finde ich das nicht. Es ist eine Entschädigung dafür, dass sie kommen müssen und eine Karenz (vor der Spende mehrere Tage lang keinen Geschlechtsverkehr haben, Anm. d. Red.) einhalten müssen.

Aus welchem Motiv kommen Spender denn dann zu Ihnen?

Bleichrodt: Männer gehen an dieses Thema ganz anders heran als Frauen. Sie finden den Gedanken, dass irgendwo ein genetisches Kind von ihnen lebt, nicht befremdlich. Männer im Alter um die 30 kriegen im Freundes- und Familienkreis auch mit, dass sich nicht jeder Kinderwunsch so leicht erfüllen lässt und da Bedarf besteht. Es ist die Idee, etwas Gutes zu tun, auch anderen zu helfen. Nicht, weil das alles bessere Menschen sind, sondern weil das auch für einen selbst schön ist, etwas Gutes getan zu haben. Viele sind auch Blutspender oder in der Knochenmarkspenderdatei.

Und das Geld?

Bleichrodt: Dabei auch noch Geld zu verdienen, schadet nicht. Dieser Gedanke ist auch noch dabei. Es ist auch ein kostenloser Test, wie es um die eigene Fruchtbarkeit steht.

Wie oft können Spender denn zu Ihnen kommen?

Bleichrodt:In der Regel kommen Spender zehn Mal, geben also zehn Spenden ab. Viel mehr ist es nicht. Vorher führen wir Gespräche und Untersuchungen durch.

Welche Voraussetzungen müssen Spender erfüllen?

Bleichrodt:Das sind unterschiedlichste Dinge. Das Wichtigste: Das Sperma muss sehr, sehr gut sein. Diese Werte erfüllt nur jeder Achte, Neunte überhaupt, der sich hier bewirbt und kommt. Die Männer müssen sehr gesund sein und werden auf Infektionskrankheiten getestet. Bis zu den Großeltern dürfen keine schwerwiegenden Krankheiten bekannt sein. Sie sollten nicht sonderlich schlecht sehen, weder Asthma noch Neurodermitis haben. Für uns ist aber auch die Optik wichtig und zu erfahren, warum sie das überhaupt machen wollen. Es sollten sympathische Männer sein, die andere auch für sympathisch halten.

Das sind sehr hohe Voraussetzungen. Wie sieht denn Ihr Wunschspender aus?

Bleichrodt: Eigentlich haben wir ganz viele Wunschspender. Das sind Männer um die 30 Jahre, die im Leben stehen und einen Job haben, der sie begeistert. Das sind nette Typen, bei denen man sagt: 'Hey, da macht es Sinn, dass sie ihr Erbgut weitergeben.'

Die Banken stecken in den vergangenen Jahren mehr oder weniger in der Krise – auch die Samenbanken?

Bleichrodt (lacht): Nein, wir haben genügend Bewerber, sodass wir auch gut wählen können und dabei keine großen Abstriche machen müssen. Wir müssen nicht jeden nehmen. Bei der Samenbank ist keine Bankenkrise!

Inwiefern erfahren die Spender später, wer ihre Kinder sind?

Bleichrodt:Das erfahren die Spender überhaupt nicht, wenn sich nicht ein Kind bei ihnen meldet. Die Kinder haben das Recht, mit 18 Jahren zu erfahren, wer der Samenspender ist – wenn sie's denn interessiert. Das ist der einzige Weg. Der Spender erfährt gar nicht, ob es überhaupt ein Kind gibt und wieviele. Da bleibt er völlig im Unklaren.

Interview: kim

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