Chefin der Münchner Cryobank zeigt:

So geht's in der Samenbank wirklich zu

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Diplom-Psychologin Constanze Bleichrodt erklärt uns die Samenbank

München - Ist Samenspende leicht verdientes Geld im Sexkino? Wir haben eine Münchner Samenbank besucht und zeigen, was dort wirklich abgeht.

Samenspende - das klingt für viele Männer nach leicht verdientem Geld im Sexkino. Doch die Realität sieht ganz anders aus. merkurtz.tv hat die Cryobank in München-Solln besucht, eine von nur zwei Samenbanken der Stadt.

Video: So geht's in der Samenbank wirklich zu

Diplom-Psychologin Constanze Bleichrodt (35, noch ohne Kinder), die Tochter des Mitgründers Dr. Wolf Bleichrodt, führt uns durch die Praxis und erklärt, wie Samenspende wirklich funktioniert.

Wie geht Samenspende? Zu Besuch in der Münchner Samenbank

Wie geht Samenspende? Zu Besuch in der Münchner Samenbank

Frau Bleichrodt, ist Samenspende ein lukrativer Nebenjob?

Constanze Bleichrodt: Es heißt "Spende". Es ist also kein Verkauf. Es gibt pro Spende, die wir verwenden können, 80 bis 100 Euro. Das ist schön verdientes Geld. Aber sehr lukrativ finde ich das nicht. Es ist eine Entschädigung dafür, dass sie kommen müssen und eine Karenz (vor der Spende mehrere Tage lang keinen Geschlechtsverkehr haben, Anm. d. Red.) einhalten müssen.

Aus welchem Motiv kommen Spender denn dann zu Ihnen?

Bleichrodt: Männer gehen an dieses Thema ganz anders heran als Frauen. Sie finden den Gedanken, dass irgendwo ein genetisches Kind von ihnen lebt, nicht befremdlich. Männer im Alter um die 30 kriegen im Freundes- und Familienkreis auch mit, dass sich nicht jeder Kinderwunsch so leicht erfüllen lässt und da Bedarf besteht. Es ist die Idee, etwas Gutes zu tun, auch anderen zu helfen. Nicht, weil das alles bessere Menschen sind, sondern weil das auch für einen selbst schön ist, etwas Gutes getan zu haben. Viele sind auch Blutspender oder in der Knochenmarkspenderdatei.

Und das Geld?

Bleichrodt: Dabei auch noch Geld zu verdienen, schadet nicht. Dieser Gedanke ist auch noch dabei. Es ist auch ein kostenloser Test, wie es um die eigene Fruchtbarkeit steht.

Wie oft können Spender denn zu Ihnen kommen?

Bleichrodt:In der Regel kommen Spender zehn Mal, geben also zehn Spenden ab. Viel mehr ist es nicht. Vorher führen wir Gespräche und Untersuchungen durch.

Welche Voraussetzungen müssen Spender erfüllen?

Bleichrodt:Das sind unterschiedlichste Dinge. Das Wichtigste: Das Sperma muss sehr, sehr gut sein. Diese Werte erfüllt nur jeder Achte, Neunte überhaupt, der sich hier bewirbt und kommt. Die Männer müssen sehr gesund sein und werden auf Infektionskrankheiten getestet. Bis zu den Großeltern dürfen keine schwerwiegenden Krankheiten bekannt sein. Sie sollten nicht sonderlich schlecht sehen, weder Asthma noch Neurodermitis haben. Für uns ist aber auch die Optik wichtig und zu erfahren, warum sie das überhaupt machen wollen. Es sollten sympathische Männer sein, die andere auch für sympathisch halten.

Das sind sehr hohe Voraussetzungen. Wie sieht denn Ihr Wunschspender aus?

Bleichrodt: Eigentlich haben wir ganz viele Wunschspender. Das sind Männer um die 30 Jahre, die im Leben stehen und einen Job haben, der sie begeistert. Das sind nette Typen, bei denen man sagt: 'Hey, da macht es Sinn, dass sie ihr Erbgut weitergeben.'

Die Banken stecken in den vergangenen Jahren mehr oder weniger in der Krise – auch die Samenbanken?

Bleichrodt (lacht): Nein, wir haben genügend Bewerber, sodass wir auch gut wählen können und dabei keine großen Abstriche machen müssen. Wir müssen nicht jeden nehmen. Bei der Samenbank ist keine Bankenkrise!

Inwiefern erfahren die Spender später, wer ihre Kinder sind?

Bleichrodt:Das erfahren die Spender überhaupt nicht, wenn sich nicht ein Kind bei ihnen meldet. Die Kinder haben das Recht, mit 18 Jahren zu erfahren, wer der Samenspender ist – wenn sie's denn interessiert. Das ist der einzige Weg. Der Spender erfährt gar nicht, ob es überhaupt ein Kind gibt und wieviele. Da bleibt er völlig im Unklaren.

Interview: kim

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