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Sanierungs-Programm der Münchner Verkehrsgesellschaft: Hier müssen Pendler 2023 weichen - Wer betroffen ist

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Von: Sascha Karowski

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Die Münchner Verkehrsgesellschaft will nächstes Jahr mehrere Gleistrassen der Tram erneuern.
Die Münchner Verkehrsgesellschaft will nächstes Jahr mehrere Gleistrassen der Tram erneuern. © Marcus Schlaf

Pendler müssen sich auch im kommenden Jahr gedulden. Denn die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) treibt ihr Sanierungsprogramm voran. 13 Weichen, vier Gleiskreuzungen und Schienen auf mehr als neun Kilometern werden saniert. Die Haltestelle Goetheplatz wird über Wochen gesperrt.

München - Am Anfang hatte sich buchstäblich ein Fehler eingeschlichen. Der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) Ingo Wortmann war auf dem Namensschild am Podium fälschlicherweise als Gesandter des Mobilitätsreferates ausgewiesen worden. Man möge davon ein Foto machen und es an Mobilitätsreferent Georg Dunkel schicken, sagte Wortmann, im Spaß, mit Augenzwinkern. Die Frage, ob er diesen Fauxpas nun als Beförderung oder Degradierung verstehe, ließ der Chef der Verkehrsbetriebe unbeantwortet. Aber apropos Beförderung. Bei der Personenbeförderung werden sich Wortmanns Kunden im kommenden Jahr erneut gedulden müssen. Die Verkehrsbetriebe setzen ihr Sanierungsprogramm fort, auf mehreren Tramlinien und U-Bahnen kommt es 2023 zu Ausfällen und dementsprechend Ersatzverkehren. Einen Überblick der Maßnahmen, die Einschränkungen mit sich bringen, gab es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Sanierungs-Programm der Münchner Verkehrsgesellschaft: Tramhaltestelle Rosenheimer Platz wird saniert

Demnach werden ab Mitte Februar bis voraussichtlich Mitte Juni zwischen den Haltestellen Wörthstraße und Rosenheimer Platz die Tramgleise erneuert. Die Tramhaltestelle Rosenheimer Platz wird barrierefrei ausgebaut, zwischen Regerplatz und Ostfriedhof entsteht die neue Haltestelle Carl-Amery-Platz. Und am Johannisplatz wird eine Weiche ausgetauscht. Die Strecke der Tram 25 Max-Weber-Platz bis Ostfriedhof wird daher während der Bauzeit gesperrt, der Abschnitt Max-Weber-Platz - Haidenauplatz (Tram 21) ebenfalls für drei Wochen.

Auch in Südrichtung wird gearbeitet, die Tram 25 fährt zwischen Ende Juli bis vermutlich Mitte August nicht zwischen Ostfriedhof und Grünwald. Am Wettersteinplatz werden drei Weichen sowie eine Gleiskreuzung erneuert. Außerdem wird zwischen Authariplatz und Klinikum Harlaching ein Rasengleis eingebracht.

Sanierungs-Programm der Münchner Verkehrsgesellschaft: Tram 23 entfällt für mehrere Wochen

Im Norden entsteht zwischen Belgrad- und Parzivalstraße eine neue Trasse. Die Haltestelle Scheidplatz Süd in der Parzivalstraße wird für die Tram neu gebaut, barrierefrei ausgebaut und für den Einsatz längerer Fahrzeuge vorbereitet. Das sorgt dafür, dass die Tram 23 zwischen September und Dezember komplett entfällt, die Tram 12 und 28 fahren für voraussichtlich zehn Wochen nicht zwischen Scheidplatz und Kurfürstenplatz.

Zudem werden am Scheidplatz 450 Meter Gleise gewechselt und drei Weichen erneuert, am Kurfürstenplatz sollen sämtliche Weichen und Gleiskreuzungen ausgetauscht werden. Im Bereich Pinakotheken sowie Nordendstraße werden zudem circa 1100 Meter Gleise ersetzt. Die Arbeiten beginnen nach Wiesn-Ende und dauern wohl acht Wochen. Die Tram 12 fährt derweil nicht zwischen Nordbad und Scheidplatz, die Linien 23, 27 und 28 werden gar nicht bedient. Zudem könnten im zweiten Quartal die Arbeiten für die Tram-Westtangente beginnen und Einschränkungen auf der Fürstenrieder Straße zur Folge haben. Für alle Maßnahmen ist Ersatzverkehr geplant, die Details dazu werden noch bekannt gegeben.

Sanierungs-Programm der Münchner Verkehrsgesellschaft: U-Bahn fährt nicht zum Goetheplatz

Das gilt ähnlich auch für die Sanierung des U-Bahnnetzes. Von Mitte Juni bis wohl Ende Juli wird der Abschnitt Sendlinger Tor und Goetheplatz gesperrt. Dort werden Weichen erneuert, zudem finden während der Sperrung zwischen Marienplatz, Goetheplatz und Poccistraße diverse kleinere Arbeiten statt.

Und auch für Pendler am Odeonsplatz bringt das neue Jahr Einschränkungen. Weil die Rolltreppen, die die Bahnsteige U4/U5 mit dem Sperrengeschoss verbinden, ausgewechselt werden, halten diese U-Bahnen stadteinwärts nicht am Odeonsplatz. Die Bahnsteige werden von Anfang Oktober bis Anfang Dezember als Logistikflächen benötigt.

Sanierungs-Programmt: 2029 braucht die MVG 569 Millionen Euro nur für Instandhaltung und Modernisierung

Insgesamt werden 2023 13 Weichen, vier Gleiskreuzungen und Schienen auf einer Strecke von mehr als neun Kilometern saniert. Doch das wird alles noch nicht reichen, um das Nahverkehrsnetz zu ertüchtigen. Die meisten U-Bahnstrecken sind über 50 Jahre alt. „Für einen Menschen mag das noch vertretbar sein“, sagte Wortmann. „Für Weichen und Schienen nicht.“ Auch Bahnhöfe und Haltestellen müssten modernisiert werden, auch weil die steigenden Fahrgastzahlen größere Kapazitäten erforderten.

2023 kalkulieren die Verkehrsbetriebe für Modernisierung und Instandhaltung mit Investitionen von rund 82 Millionen Euro, 2029 rechnet Wortmann mit einem Bedarf von 569 Millionen Euro. Der Bund beteiligt sich mit 50 Prozent an den Kosten.

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