Sauber! Hier kommt der Recyclinghof nach Hause

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Gordona Sommer von der Gewofag und Kommunalreferentin Gabriele Friderich stellen zwei neue Tonnen vor.

München - Testphase für die große Müllreform: Das Abfallwirtschaftsamt prüft jetzt ein System, bei dem der Wertstoffhof quasi nach Hause kommt. Gibt es bald sechs Tonnen für jedes Haus?

Wer kennt das nicht: Im Keller oder auf dem Speicher stapeln sich die ausgedienten Sachen, der Berg wird höher – und die Fahrt zum Wertstoffhof wird immer wieder aufgeschoben. Aber es gibt Hoffnung: Das Abfallwirtschaftsamt testet jetzt ein System, bei dem der Wertstoffhof quasi nach Hause kommt. Anlass ist ein für 2012 geplantes neues Abfallgesetz der Bundesregierung nach einer EU-Richtline. Das sieht vor, die im Hausmüll vorhandenen Wertstoffe besser abzuschöpfen und dann zu recyclen.

Seit Mittwoch stehen deshalb bei 8400 Ramersdorfern, Riemern und Giesingern in Wohnanlagen der Wohnungsbaugesellschaft Gewofag nicht mehr nur drei Mülltonnen für Restmüll, Papier und Bioabfall, sondern drei weitere: Eine 240-Liter-Tonne für Nichtverpackungs-Metalle, zum Beispiel für Haushaltsgegenstände wie Töpfe, Pfannen, Besteck und Eisenwaren wie Schrauben, Nägel und Werkzeug. In einem 1100-Liter-Behälter werden Nichtverpackungs-Kunststoffe gesammelt, zum Beispiel Schüsseln und Eimer, Kunststoffspielzeug, Blumenübertöpfe, CDs und DVDs. „Verpackungen dürfen aus rechtlichen Gründen nicht von der Stadt verwertet werden“, erklärt Kommunalreferentin Gabriele Friderich. „Sie müssen weiter zu den Wertstoffinseln des Dualen Systems gebracht werden.“

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Die dritte Tonne ist für Elektro-Kleingeräte wie Rasierapparate, Bügeleisen und Toaster, MP3- und CD-Player, elektrisches Spielzeug, Telefone oder Computerzubehör da. Ein Jahr lang wird dieses Sechs-Tonnen-System getestet.

Hinzu kommen zwei Wertstoffmobile, die ab September in dicht besiedelten Gebieten mit engen Straßen in der Innenstadt, der Isarvorstadt, in der Au und Haidhausen zu bestimmten Zeiten eben diesen Müll abholen. Der genaue Tourplan wird noch bekanntgegeben.

Je nach Testausgang wird das System im kommenden Jahr auf weitere Teile Münchens ausgeweitet, eventuell auch nur mit einer oder zwei der neuen Tonnen. „Wir können erst danach sagen, ob das System für ganz München Sinn macht“, meint Friderich. Die zusätzlichen drei Tonnen sind kostenfrei. Schließlich verdient die Stadt mit den Wertstoffen Geld, erklärt Friderich: „Wir haben schon über das Papier gute Einnahmen, die den Gebührenzahlern zugute kommen, wir können auch die Wertstoffe aus dem Restmüll vermarkten.“ Dass sich hier offenbar gut Geld verdienen lässt, sieht man auch an einer der neuen Tonnen: Für die Elektro-Kleingeräte gibt es eigens diebstahlsichere Behälter.

nba/ick

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