OB Ude saugrantig

Übersteht Assal diese Schweinerei?

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Stadtrat Josef Assal übt mit OB Christian Ude das Reanimieren. OB er nun seine Grill-Aktion politisch überlebt?

München - Die Sauerei könnte Stadtrat Josef Assal bald richtig um die Ohren fliegen. OB Christian Ude ist sauer auf seinen Kollegen und spricht von einer "vollständigen Entgleisung".

OB Christian Ude (SPD) schätzt seinen Stadtrat und Genossen Josef Assal – als Leitenden Notarzt der Feuerwehr und als Vorkämpfer für lebensrettende Defibrillatoren an der U-Bahn. Jetzt aber geht es ums politische Überleben von Assal selbst: OB Ude ist saugrantig über die Schweine-Aktion!

„Ich halte das für eine vollständige Entgleisung. Das hat mit Scherz, Satire und Humor nichts zu tun“, donnert der OB gegen den Genossen. Ude forderte eine schriftliche Entschuldigung bei den Betroffenen. Das werde er Assal ebenfalls schriftlich mitteilen. Denn: „Da gibt es nichts zu bereden.“ Am Freitag berät der Ältestenrat.

Assal hatte bei einem Straßenfest ein Schwein gegrillt, auf das er seine Gegner gepinselt hatte – unter anderem den „Münchner Stadtrat“. Auf Nachfrage nannte er namentlich CSU-Fraktionschef Josef Schmid, FDP-Kollege Michael Mattar und seinen eigenen Fraktionsvorsitzenden Alexander Reissl.

„Das ist mehr als eine Beleidigung – nämlich eine Geste mit Todessymbolik“, urteilt Ude. Ob Assal bei der Aufstellung der SPD-Stadtratskandidaten Mitte November so durchkomme, sei fraglich. „Ohne Entschuldigung sehe ich ein großes Hindernis.“

In der Fraktion gilt Assal als beratungsresistent. „Niemand findet mehr so recht einen Zugang zu ihm. Er hat jedes Gespräch abgelehnt“, sagt Fraktionsboss Reissl. „Als Fraktionsmitglied ist aber auch er den Regeln unterworfen.“ Dazu kommen die Alleingänge beim Klinikum Schwabing, in dem Assal als Arzt arbeitet. „Er ist offenbar nicht in der Lage, seine Aufgaben als Arzt und Stadtrat voneinander zu trennen.“

Jetzt muss die Partei entscheiden, ob sie Assal wieder aufstellt. Münchens SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann ist sich sicher, dass eine Mehrheit das Verhalten nicht gutheißt: „Die Aktion überschreitet eindeutig die Grenzen des politischen Anstands.“ Was Assals Kandidatur angeht, wollte er sich vor einem Gespräch nicht festlegen. Danach würden der Vorstand beraten und die Delegierten entscheiden. Pfaffmann entschuldigte sich für Assal.

Während die Grünen gelassen bleiben, prüft die CSU eine Strafanzeige. Rathaus-Urgestein Walter Zöller sagt: „Etwas Vergleichbares habe ich in 41 Jahren im Stadtrat nicht erlebt.“

Er denkt über Rücktritt nach

Josef Assal

Dass seine Grill-Aktion für dermaßen harte Reaktionen sorgen würde, hat Josef Assal vollkommen überrascht. „Ich war mir nicht bewusst, dass ich damit in eine rechte Ecke gedrängt werden könnte“, so der Kommunalpolitiker zur tz. CSU-Fraktionschef Josef Schmid hatte den Stil demokratisch gewählten Volksvertretern gegenüber als „unwürdig“ bezeichnet. Assal: „Wenn das so interpretiert wurde, muss ich mich dafür entschuldigen, das war dann eine Fehlinterpretation. Doch inhaltlich bleibe ich bei meiner Kritik“, so der Arzt und Kommunalpolitiker.

Assal denkt nun über einen Rückzug nach – oder auch nicht: „Vielleicht ziehe ich selber die Konsequenzten, ich lasse mir aber alle Möglichkeiten offen. Am einfachsten wäre es, sofort zurückzutreten.“ Vor so einem Schritt wolle er das Gespräch mit Münchens SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann abwarten. Dabei wird es auch darum gehen, ob die SPD ihn nochmals für die Kommunalwahlen im März kandidieren lässt. Wird Assal auch mit seinem Fraktionschef Alexander Reissl reden? Assal: „Das lasse ich offen.“

DAC, WE

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