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Schäffler-Tanz vorm Münchner Rathaus – OB Reiter hofft auf „Beendigung der Corona-Pandemie“

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Von: Thomas Eldersch

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Wegen der Corona-Pandemie traten die Schäffler früher auf, als es der Brauch ist. Am Samstag tanzten sie vor dem Münchner Rathaus. OB Reiter begrüßte sie.

München – Eigentlich tanzen sie nur alle sieben Jahre. Aber weil es mit der Corona-Pandemie langsam zu Ende geht, machten sie heuer eine Ausnahme. Die Schäffler traten am heutigen Samstag, 7. Mai, vor dem Rathaus in München auf. Mit dabei natürlich das Münchner Kindl und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Schäffler-Tanz in München: Wegen Corona machen sie eine Ausnahme

„Herzlich Willkommen am Marienplatz, bei wunderschönem Wetter“, begrüßte OB Reiter mit einem Augenzwinkern die zahlreichen Münchnerinnen und Münchner, die den Weg vors Rathaus bei strömenden Regen gefunden haben. Klein und Groß ließen es sich nicht nehmen, das Spektakel live zu verfolgen. Denn eigentlich gäbe es den nächsten Schäfflertanz erst 2026. Aber wegen Corona wurde dieses Jahr eine Ausnahme gemacht.

Dass wegen der anhaltenden Corona-Pandemie eine Ausnahme gemacht wurde, ist eigentlich nur konsequent. Denn der ursprünglich tanzten die Schäffler, um die Menschen nach zahlreichen Ausbrüchen der Pest wieder auf die Straßen zu locken. 1517 sollen sie damit angefangen haben. Also vor mehr als 500 Jahren. Der erste Beleg datiert allerdings auf das Jahr 1702.

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Schäffler-Tanz in München: OB Reiter hofft auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie

Seitdem tanzen die Schäffler – also die Zunft der Fassmacher oder Küfer – alle sieben Jahre. Warum es genau sieben Jahre sein müssen, ist nicht exakt belegt. Aber es gibt viele Vermutungen. So könnte es mit der Wiederkehr der Pest alle sieben Jahre zusammenhängen, heißt es auf der Münchner Stadthomepage. Sieben sei auch eine Glückszahl, heißt es weiter. Ein dritter Grund könnte eine Anordnung von Herzog Wilhelm IV gewesen sein. Er legte einen Zeitplan für die Zünfte und ihre Bräuche fest.

Stadtoberhaupt Dieter Reiter bekommt vom Kasperl eine schwarze Nase verpasst.
Stadtoberhaupt Dieter Reiter bekommt vom Kasperl eine schwarze Nase verpasst. © IMAGO/B. Lindenthaler

Was auch immer der Grund gewesen sein mag. Dieses Jahr brechen die Schäffler ohnehin ihren normalen Turnus. Und so hofft wohl nicht nur OB Reiter, dass mit dem Tanz auch eine „Beendigung der Corona-Pandemie“ einhergeht. „Wir hatten jetzt zweieinhalb schwierige Jahre hinter uns. […] Ich hoffe wirklich sehr, dass das Leben wieder ein Stück weit normaler wird“, wandte sich Reiter an die Zuschauer.

Schäffler-Tanz in München: Zuschauer und Fans im Netz freuen sich über die Ausnahme

Neben Reiter trat auch das Münchner Kindl auf. Gespielt wird es von der brünetten Franziska Grillenberger. Sie erzählte den bedröppelten Münchner Zuschauern die Geschichte der Schäffler in Reimform. Aber Grillenberger ist nicht das einzige Münchner Kindl. Bereits beim Aufstellen des Maibaums auf dem Viktualienmarkt gab es Verwirrung, weil auch eine blonde Version auftrat. Die Verwirrung war aber schnell aufgeklärt. Jede Zunft darf ein eigenes Münchner Kindl haben. Das offizielle Kindl vom Festring München ist die blonde Viktoria Ostler.

Die Schäffler und ihr Münchner Kindl.
Die Schäffler und ihr Münchner Kindl. © IMAGO/Michael Lucan / aal.photo

Die Zuschauer wird es wohl kaum gestört haben, welches Kindl auftrat. Die Reaktionen vor Ort und im Netz waren durchweg positiv. „Sensationell. Endlich wieder traditionelle Ereignisse“, kommentierte einer auf Instagram. Ein anderer schrieb: „Schee wars, der Ausnahme-Tanz.“ Dazu gab es noch zahlreiche Herz-Emojis. (tel)

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