Polizei wertet Handy-Kontakte aus

Schäftlarn-Mord: Sie gingen beide fremd!

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Der frühere Top-Anwalt Michael N. ist jetzt selbst angeklagt. Sandra N. wurde grausam erstochen haben.

München - Waren zahlreiche Affären der Auslöser für die unfassbare Bluttat in Schäftlarn? Am dritten Prozesstag haben Kripobeamte die SMS-Protokolle von Michael (47) und Sandra N. († 37) verlesen.

Die Kurznachricht eines Liebhabers von Sandra N. soll ihren Mann derart in Rage versetzt haben, dass er sie mit zig Messerstichen tötete.

Ein Ermittler hatte die Daten der Mobiltelefone von März 2012 bis zur Tat am Abend des 25. Juni vorigen Jahres ausgewertet. Demnach hatte Michael N. in diesen rund vier Monaten zwar am häufigsten telefonischen sowie SMS-Kontakt zu seiner Frau, nämlich 360 Mal. Gefolgt von Telefonaten mit seinem Arbeitgeber, einer Wirtschaftskanzlei.

Doch auch zu anderen Frauen unterhielt er regen Kurznachrichten-Kontakt: Mit vier Damen sind 83, 101, 38 beziehungsweise 31 Botschaften festgehalten. Die Frau, mit der er sich 83 Mal austauschte, hatte er erst kurz vor der Tat über ein Internet-Portal kennengelernt und sich mit ihr am Starnberger See getroffen. Am 16. Juni 2012 rief er sie zum ersten Mal an, danach hatte er täglich Kontakt mit ihr, drei Mal sahen sie sich. Außerdem hatte er sich im letzten halben Jahr der Ehe drei Mal Prostituierte bestellt, wenn er zum Arbeiten in Frankfurt weilte. Angeblich, weil er und seine Frau schon länger keinen Sex mehr hatten.

Auch Sandra N. pflegte regen Kontakt zu anderen Männern. Die Auswertung ihrer Daten ergab SMS und Telefonate zu drei Männern: 133, 166 beziehungsweise 56 Mal. Von einem der Männer, einem Arzt, ging kurz vor ihrem Tod auch die SMS ein, die ihren Mann angeblich zum Messer greifen ließ. Darin stand unter anderem: „Ich mag dich. Ich habe heute in der Klinik den ganzen Tag an dich denken müssen.“

Nach Angaben des Angeklagten bei der Polizei habe er seine Frau darauf angesprochen. Die habe nur gelacht und gesagt, es handle sich beim Absender um einen „fitten Sportler“, der aber verheiratet sei.

Der Ermittler erstellte auch Bewegungsprofile des Paares. So sei Sandra N. seit März 13 Mal abends weg gewesen, etwa auf dem Frühlingsfest auf der Theresienwiese, in Schwabing, Thalkirchen, Haidhausen. Währenddessen habe sich Michael N. zum Beispiel drei Mal mit seiner jüngsten Affäre getroffen.

Der Prozess dauert an.

Nina Gut

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