Ein Blick hinter die Kulissen

Beliebte Neuerung in München - Woher die Schanigärten eigentlich kommen

Ein Schanigarten in Haidhausen.
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Die Schanigärten in München sind seit den Lockerungen nicht mehr so leer. Doch woher kommt der Begriff.

Vor Kurzem hat die Stadt die Hoffnungen der Gastronomie bestätigt - die Schanigärten dürfen bleiben. Doch woher kommt die Park-Gastronomie mit dem ungewöhnlichen Namen?

München - Die Schanigärten gehören für viele mittlerweile schon fast zum Stadtbild Münchens. Vor allem im Westend sind sie in der letzten Zeit wie aus dem Boden geschossen. Insgesamt gibt es mittlerweile rund 500 von ihnen in der bayerischen Hauptstadt, berichtet br.de. Schanigärten? Für alle, für die der Begriff noch nicht zum Alltag gehört, einmal kurz die Erklärung: Die Schanigärten entstanden im letzten Jahr, um die von der Coronakrise belasteten Wirte zu unterstützen. Dabei handelt es sich um zusätzliche Ausschankflächen auf ehemaligen Parkplätzen. Mittlerweile steht fest: Sie werden langfristig Münchens Stadtbild prägen. Eine Frage bleibt jedoch: Woher kommen sie?

Schanigärten in München: Parkplatz-Gastro und Wiener Flair kehren zurück

Während in München die Parkplatz-Gastro seit Beginn der Pandemie mit dem Namen „Schanigärten“ bezeichnet wird, ist der Name in anderen Städten Bayerns eher unbekannt. Denn auch Nürnberg nutzt die Parkbuchten für Außengastronomie. Von dem ungewöhnlichen Namen liest man in den Ankündigungen jedoch nichts.

Ursprünglich stammt der Name wohl aus Wien. Dort gehören die kleinen Café-Ecken bereits seit Jahren zum Stadtflair. „Für die Wienerinnen und Wiener nimmt der Gastgarten eine besonders wichtige Rolle ein. Unsere Kaffeehausbetriebe tragen mit ihren Schanigärten die Wiener Gemütlichkeit nach außen und prägen das Stadtbild auf einzigartige Weise“, so Wiens Bürgermeister Michael Ludwig in einer Pressemitteilung. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich?

Schanigärten in München: „Schani, trag den Garten aussi“ - Namens-Herkunft wurde nie sicher geklärt

Die Herkunft des Begriffes ist heute nicht mehr eindeutig zu klären. Eine Theorie besagt, dass der Begriff aus dem Namen „Giannis Garten“ entstand, der früher ein Kaffeehaus und einen Treffpunkt in Wien lebender Italiener darstellte. Der Begriff könnte aber auch aus dem Ausruf „Schani, trag den Garten aussi“ hervorgegangen sein. Mit „Schani“ wurden früher Kellner oder Dienstboten bezeichnet, die häufig Johann hießen (verkürzt: Schani). Mit „Garten“ sind hier wohl eher Pflanzen, Stühle und Tische gemeint, die der Kellner nach draußen tragen sollte - eben das Mobiliar für die Außengastronomie.

Der Spruch „Schani, trag den Garten aussi“ geht unter anderem zurück auf ein altes Wiener Lied mit eben diesem Namen. Noch heute leitet die Wiener Gastroszene traditionell damit um den ersten April die Gartensaison ein. Woher der Begriff „Schanigarten“ dann aber tatsächlich stammt, lässt sich wohl nur noch schwer feststellen. Doch egal woher: München kann in diesem Sommer wohl wieder seine Cocktails dort genießen. (chd)

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