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Schau-Bergwerk im Deutschen Museum: Im April ist Schicht im Schacht

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Von: Nadja Hoffmann

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Beliebt bei vielen Besuchern: das Bergwerk im Deutschen Museum.
Beliebt bei vielen Besuchern: das Bergwerk im Deutschen Museum. © Deutsches Museum

Die Pläne gibt es schon länger, nun steht ein konkreter Zeitplan fest: Im Frühjahr wird das beliebte Bergwerk im Deutschen Museum geschlossen und ausgebaut. Viel Aufwand, zumal die Kulissen schützenswert sind. Er ist für den zweiten Abschnitt der Generalsanierung allerdings notwendig.

Wenige Schritte genügen, um in völlig Neues einzutauchen: In dunkle Unterwelten voller Stollen, Steinwände und enge Schächte, in denen die Kumpel ihre harte Arbeit verrichteten. Die Illusion im Schau-Bergwerk des Deutschen Museums ist perfekt, weshalb die Ausstellung für viele Besucher zu einer der Hauptattraktionen gehört. Wer sie in ihrer ursprünglichen Form sehen will, sollte sich sputen. Denn nun steht fest: Im kommenden April heißt es Schicht im Schacht. Dann wird das Bergwerk im Zuge der laufenden Großsanierung abgebaut. „Das ist die aktuelle Planung“, bestätigt Museums-Sprecher Gerrit Faust. Die Ausschreibung für die komplexen Arbeiten lief am Donnerstag aus.

Landesamt für Denkmalpflege hat geprüft

Benötigt werden Experten. Denn eines geht nicht: Die Bergwerk-Kulissen, die teilweise noch aus den 1920er Jahren stammen, einfach irgendwie abreißen und in Kisten stecken. Dafür sind die Konstrukte zu wertvoll, wie auch das Landesamt für Denkmalpflege bestätigt. Die Denkmalschützer haben sich im vergangenen Jahr eingehend mit dem Schau-Bergwerk beschäftigt, nachdem der Bezirksausschuss Ludwigvorstadt-Maxvorstadt dies von der Landeshauptstadt gefordert hatte. Ziel der Lokalpolitiker: Das Bergwerk, das Generationen von Besuchern begeistert hat, zu erhalten.

Antrag liegt bei der Stadt

Die Prüfung der Fachbehörde ergab einerseits, dass vor allem die Kulissen in der fast 4000 Quadratmeter umfassenden Ausstellung „denkmalwerte Bestandteile“ sind. Andererseits heißt es, dass der Ausbau für die Grundsanierung des Museums „unabdingbar“ sei. Seit 2015 wird das Deutsche Museum modernisiert: Die Gebäudekonstruktion, Brandschutz und Technik des 1925 eröffneten Ensembles war völlig veraltet. 455 Millionen Euro flossen bereits in den ersten Bauabschnitt, der vor der Fertigstellung steht. Weitere 300 Euro sind für den zweiten Abschnitt nötig, zu dem dann auch der Abbau des Bergwerks ab April gehört.
Wie es von Seiten der Denkmalpflege-Behörde heißt, liege der Stadt aktuell ein Antrag für den Ausbau vor. Ganz wichtiger Faktor für die Zustimmung der Experten war: „Dass die Kulissen des Bergwerks zerstörungsfrei ausgebaut und gelagert werden.“

Fragezeichen beim Wiederaufbau

Die Stollen und Schächte kommen, wie Gerrit Faust erklärt, zunächst in ein Depot. Ein Jahr werde ausgeräumt, dann folgt die bauliche Sanierung. „Wenn diese abgeschlossen ist“, sagt Faust, „können auch die Kulissen wieder aufgebaut werden.“ Klar sei dabei, dass auch das Bergwerk modernisiert werden soll. Konkrete Pläne, wie, wann und zu welchen Kosten das geschieht, gibt es heute aber noch nicht.

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