Ein schauerliches Jahr 2014

Nach Kollaps und OP: Auf geht's wieder beim Schichtl!

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Seit 30 Jahren gibt der Schichtl auf der Wiesn Vollgas. Das ging so heftig auf die Knie, dass eine OP fällig wurde.

München - Manfred Schauer (61), der Schichtl von der Wiesn, hat heftige Wochen hinter sich, inklusive Knie-Operation und Live-Zusammenbruch auf offener Bühne.

Jetzt kniet er sich wieder richtig rein – im wahrsten Sinn des Wortes. Manfred Schauer (61), der Schichtl von der Wiesn, hat heftige Wochen hinter sich, inklusive Knie-Operation und Live-Zusammenbruch auf offener Bühne. Aufhören kommt aber nicht infrage: „Die Wiesn ist ein Lebenselixier für mich. Logisch bin ich auch 2015 wieder dabei. Und zwar mit 100 Prozent Einsatz. Anders kann man das ja gar nicht machen …“

Wie er so redet, hat man das Gefühl: Es geht ihm gut, auch wenn das linke Bein grad in einer Spezial-Streckvorrichtung eingespannt ist. „Ich hab mir ein neues Knie gekauft“, grinst der Schichtl. Der Humor ist geblieben, trotz der OP, die ja keine kleine Sache war. Ein komplett neues Gelenk haben sie ihm bei den Barmherzigen Brüdern am Romanplatz im Oktober eingesetzt, weil beim alten keine Knorpelmasse mehr da war.

Kein Wunder, wenn man die 30 Jahre Revue passieren lässt, in denen Schauer auf dem Oktoberfest ist. Wie er zur Musik der Blues Brothers über die Bühne tobt, um Leute in sein Theater zu locken. Fast immer in den Knien, fast wie Elvis. Das geht auf die Knochen. Nach der nächsten Wiesn wird deshalb auch das zweite Knie ausgetauscht. Schichtl, runderneuert.

Man darf davon ausgehen: Die Ärzte werden wieder ihre Unterhaltung haben mit diesem Patienten. So wie heuer, als er nach der Knie-OP eigentlich noch länger in der Reha hätte bleiben sollen, sich aber nach ungefähr eineinhalb Wochen selber entlassen hat: „Wennst da länger bleibst in so einer Anstalt, wirst ja erst richtig krank.“ Und was sagen die Mediziner dazu, Herr Schauer? „Keine Ahnung. Ich hab sie nicht gefragt.“

Sehr wohl gefragt hat er sie allerdings während der Wiesn 2014. Da ist er am Samstagabend auf der Bühne zusammengebrochen, kam mit dem Sanka in die Klinik. „Die Ärzte haben mich gründlich durchgecheckt, ich bin ihnen dankbar“, sagt der Schichtl. Zum Glück: keine Katastrophe. „Ich hab einfach zu viel gearbeitet, zu wenig gegessen und zu wenig getrunken.“ Das lässt sich ändern – schließlich gehört zum Schichtl ja auch ein bewirtetes Zelt. Also war der Schauer schon am nächsten Vormittag um elf wieder im Wiesn-Einsatz und genehmigte sich halt zum Start in den Tag einen Schweinsbraten.

Mit dem Essen und Trinken: Das dürfte gut klappen. Bloß mit dem weniger Arbeiten? Da sind wir noch nicht überzeugt. Tatsächlich ist er ja schon wieder im Einsatz, hat zum Beispiel grad beim Kare-Möbelhaus Christbäume auf der Bühne versteigert. Schauer: „Ich muss ja die Zeit wieder reinholen, die ich versäumt hab.“ Auf geht’s beim Schichtl!

hei

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