Fragwürdige Aktion am Lenbachplatz

Schaum im Brunnen: AfD distanziert sich

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Schaumbad am Lenbachplatz: Der Wittelsbacherbrunnen wurde offenbar für den Wahlkampf missbraucht.

München - Der Wittelsbacherbrunnen sieht am Freitagmorgen nach Schaumbad aus: Unbekannte haben - vermeintlich als Wahlwerbung für die Alternative für Deutschland (AfD) - eine Chemikalie in den Brunnen gekippt.

Normalerweise sprudelt hier klares Wasser aus den Fontänen - doch am Freitagmorgen erinnert der Wittelsbacherbrunnen am Lenbachplatz eher an ein Schaumbad. "Der Euro ist wie dieser Schaum überflüssig und vergänglich wählen Sie darum die Alternative für Deutschland (AfD)" - so steht's auf den Schildern, die an verschiedenen Stellen am Brunnen kleben. 

Bilder: Schaum im Wittelsbacherbrunnen

AfD distanziert sich

Der Landesverband der Partei distanziert sich klar von der Aktion und findet deutliche Worte: "So etwas würden wir nie machen", sagt AfD-Sprecherin Brigitte Stöhr. "Wir hängen unsere Plakate nur an den erlaubten Plätzen auf."

Aber nicht nur deshalb reagiere man bei der AfD "entsetzt". Denn abgesehen davon, dass der Partei eine solche Aktion untergeschoben werde, "da hat jemand auch unsere Plakate abgerissen". Das sei im Wahlkampf schon häufiger vorgekommen, "aber sowas ist ein absolutes Novum", meint Stöhr. Den Schaden, der der Partei bislang bayernweit durch abgerissene Plakate entstanden sei, beziffert sie auf 3000 bis 5000 Euro.

Dummer Scherz oder übermütiger Unterstützer?

Wer für den Schaum im Brunnen verantworlich sein könnte, ist auch der AfD ein Rätsel. "Es gibt drei Möglichkeiten: Vielleicht war es ein dummer Scherz oder ein übermütiger Unterstützer. Wahrscheinlicher ist aber, dass es jemand war, der uns als krawallig darstellen wollte." Stöhr stellt aber nochmal klar: "Keiner von uns würde so etwas machen. Das ist unprofessionell."

Beim Baureferat der Stadt München, das auch für die meisten Brunnen im Stadtgebiet zuständig ist, ist man in Sachen Zweckentfremdung leidgeprüft: Im Sommer 2011 färbten Unbekannte das Wasser diverser Brunnen bunt ein.

Damals stellte die Stadt München Strafanzeige gegen Unbekannt. Im aktuellen Fall sei kein Schaden am Brunnen entstanden, sagt Dagmar Rümenapf vom Baureferat. "Darum wird es auch keine Anzeige geben." Mitarbeiter der Stadt seien bereits dabei, das Wasser abzulassen und den Brunnen zu reinigen. "Bis heute Nachmittag sollte alles wieder beim Alten sein." Trotzdem findet auch sie deutliche Worte: "Wir missbilligen solche Aktionen natürlich." Denn aufwändig sei die Reinigung allemal, auch wenn der Brunnen nicht beschädigt wurde.

Eine Anzeige wird es dennoch geben - allerdings von der AfD.

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