Schauspieler Charles M. Huber greift Ustinov-Stiftung an

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Charles M. Huber (r.) und Peter Ustinov, der 2004 starb.

München - Seit langem streitet sich Charles M. Huber mit der Peter-Ustinov-Stiftung vor Gericht um Spendengelder. Inzwischen, sagt der Münchner Schauspieler, müsse er um sein Leben fürchten.

Charles M. Huber („Der Alte“) hat sich bei einem seiner Besuche im Senegal mit einer Schrotflinte bewaffnen müssen. Sagt er. „Ich hatte Angst um mein Leben.“ Schuld daran soll die Peter-Ustinov-Stiftung sein. Die hatte „Afrika Direkt“, den Verein des dunkelhäutigen, halb-senegalesischen Schauspielers, bei seinem Projekt „Argo-Campus“ unterstützt.

Huber engagiert sich seit Jahren in der Heimat seines Vaters – ein Diplomat – für Kinder und hat dort eine Schule errichtet. Nach einer gemeinsamen Spendenaktion von Huber und der UstinovStiftung kam es vor Jahren zum Streit zwischen den Parteien, mit dem sich noch heute die Zivilrichter des Landgerichts München beschäftigen.

„Die haben jemanden im Senegal bestochen, bei mir einzubrechen“, beschwert sich Huber am Mittwoch vor Gericht. Schließlich habe es massive Übergriffe eines Schlägertrupps mit Macheten auf seine Mitarbeiter gegeben. „Das Ganze gipfelte darin, dass ich um mein Leben fürchten musste.“

Die Vertreter der Peter-Ustinov-Stiftung hingegen sagen, sie hätten lediglich jemanden damit beauftragt, vor Ort zu prüfen, wie Huber die Spendengelder eingesetzt habe. Die Geschichte mit dem Schlägertrupp habe der Schauspieler nur erfunden, um davon abzulenken, dass er die Gelder „bestenfalls suboptimal“ eingesetzt habe. „Herr Huber ist kein Profi“, sagt neue Geschäftsführer der Ustinov-Stiftung, Günther Bitzer. „Wir können nicht ausschließen, dass er dort selbst über den Tisch gezogen wurde.“

Das wiederum bestreitet der Schauspieler vehement, der viele Wochen im Jahr im Senegal verbringt, um sein Projekt dort zu betreuen. Schon lange würden in der „Barack-Obama-Schule“ in Nianing, ein Ort südlich von Dakar, Kinder unterrichtet.

Nach einem Gerichtsvergleich im vergangenen Jahr hatte die Ustinov-Stiftung für Hubers „Argo-Campus“ 20 000 Euro und nochmals 81 000 Euro an „Afrika Direkt“ ausbezahlt. Doch jetzt fechtet Huber diesen Vergleich an. Man habe ihn arglistig getäuscht, ihm stehe mehr Geld zu. Huber hatte die Verantwortlichen der Stiftung sogar angezeigt. Ein Verfahren wegen Untreue hat die Staatsanwaltschaft München aber eingestellt.

Die Stiftung hingegen fordert von Huber endlich Rechnungen, die belegen, wofür er die Spendengelder ausgegeben hat. Dazu habe er sich in dem Vergleich verpflichtet. „Ich habe Ihnen eine Auflistung gegeben“, sagt Huber. Die Original-Rechnungen könne er nicht vorlegen, weil er diese der Münchner Staatsanwaltschaft gegeben habe. Die Namen darauf habe er geschwärzt, damit die Adressen der Leute nicht bekannt würden, die ihm im Senegal unterstützen. „Ich muss sie schützen, sie wurden mit Waffen angegriffen.“ Ein Urteil verkündet das Gericht am 10. Dezember.

Bettina Link

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