Im Alter von 77 Jahren gestorben

„Welch ein Verlust für München“: Große Trauer um beliebten Schauspieler

Der Schauspieler und Schriftsteller Peter Radtke
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Peter Radtke ist im Alter von 77 Jahren verstorben (hier ein Archivbild).

„Ein Pionier auf der Bühne und in den Medien“: München trauert um einen beliebten Schauspieler, der seiner schweren Krankheit stets getrotzt hatte.

  • Peter Radtke war Mitbegründer des Münchner „Crüpel Cabarets“. Nun ist er im Alter von 77 Jahren verstorben.
  • Radtke war im Jahr 1943 mit der „Glasknochenkrankheit“ geboren worden; eine umtriebige Schauspiel-Karriere konnte dieser Umstand nicht verhindern.
  • Im Netz finden sich zahlreiche Beileidsbekundungen.

München - Der Schauspieler und Schriftsteller Peter Radtke ist tot. Er starb am letzten November-Wochenende im Alter von 77 Jahren, wie die von ihm gegründete Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien (abm) mitteilte.

München: Peter Radtke gestorben - Trauer um beliebten Schauspieler

Radtke kam im Jahr 1943 in Freiburg mit der Erbkrankheit „Osteogenesis imperfecta“ (Glasknochenkrankheit) zur Welt. Er war bereits seit einigen Jahren auf ein Beatmungsgerät angewiesen.

Nach seinem Studium in Regensburg und Genf arbeitete Radtke zwischen den Jahren 1977 und 1984 als Fachgebietsleiter für das „Behindertenprogramm“ der Münchner Volkshochschule (VHS). Bis zum Jahr 2008 war er Geschäftsführer und leitender Redakteur der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien (abm).

„Crüppel-Cabaret“ München: Peter Radtke war Mitbegründer

Als Schauspieler trat Radtke unter anderem am Wiener Burgtheater und in den Kammerspielen auf. In München* hatte er sich als Mitbegründer des satirischen „Crüppel-Cabarets“ einen Namen gemacht. „Welch ein Verlust für München, für die Inklusion und Menschen mit Behinderung“, ist in einer von zahlreichen Beileidsbekundungen auf Twitter zu lesen. Eine weitere Userin bezeichnete Radtke als „Pionier für Inklusion auf der Bühne und in den Medien“.

In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR) erklärte der Verstorbene den pragmatischen Umgang mit seiner Behinderung: „Ich brauche nicht zu erklären, dass ich Hilfe brauche. Wir machen oft die Erfahrung, dass Menschen, die eine leichte Behinderung haben, sich im Alltag oft schwerer tun, weil sie vorgeben wollen, dass sie alles noch selbst erledigen können, aber tatsächlich können sie es gar nicht“. (lks)

Im November 2020 wurde die Münchner Kultur-Szene von weiteren traurigen Nachrichten getroffen: Regisseur Erich Neureuther starb an den Folgen einer Corona-Infektion, DJ und Radio-Moderator Karsten Kiessling erlag im Alter von nur 49 Jahren einer schweren Krankheit.

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