Schauspieler und Kabarettist Kurt Weinzierl ist tot

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Der österreichische Schauspieler Kurt Weinzierl posiert im Wildpark in Aurach bei Kitzbühel während einer Drehpause zu dem ARD-Fernsehfilm "Da wo das Glück beginnt". Weinzierl erlag am Freitag einer akuten Infektion.

Unvergesslich, wie er den schnarrenden Polizeidirektor Heribert Pilch in der kultigen Fernsehserie Kottan ermittelt spielte, der sich einen ständigen Kampf mit dem Kaffeeautomaten lieferte – und stets verlor.

Er selbst bezeichnte diese Auftritte im ORF, die er von 1980 bis 1983 spielte, als „Rache für die ganzen Diener-Rollen“, die er in seinem Leben spielen musste, „800 waren’s bestimmt.“ Da hat Kurt Weinzierl sicher kräftig übertrieben; in der Erinnerung an den Schauspieler, Kabarettisten und Regisseur bleibt deutlich mehr, deutlich Größeres. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Weinzierl am vergangenen Freitag in München gestorben, er erlag einer "akuten Infektion". Er wurde 77 Jahre alt.

Geboren ist er in Innsbruck und das Tirolerische ist ihm immer ernst gewesen – von 1981 bis 1983 leitete er sogar die Tiroler Volksschauspiele in Telfs, wo er auch Felix Mitterers Drachendurst inszenierte.

Die Schauspielerei war für Kurt Weinzierl gar nicht der erste Gedanke. Zunächst absolvierete er zunächst eine Kaufmannslehre. Aber nebenbei spielte er auf einer Jugendbühne „finstere und lustige Gesellen“, wie er es zusammenfasste. Da hat er Blut geleckt und sich am Salzburger Mozarteum beworden. Seine Abschlussprüfung machte er dort unter Gustaf Gründgens in Shakespeares Wie es euch gefällt. Bald war er auch in München zu sehen. An den Kammerspielen, später im Staatsschauspiel. Und Filme drehte er fürs Fernsehen und fürs Kino, von Der Fall Jägerstätter über Die Piefke-Saga und Anna Maria bis zu Hans Noevers Der Preis des Überlebens mit Michel Piccoli und Rainer Werner Fassbinders Berlin Alexanderplatz.

Was der charmante, schlagfertige und witzige Kurt Weinzierl aber immer besonders liebte, war das Brettl. Von 1976 bis 1981 gehörte er zu Sammy Drechsels Ensemble der Lach- und Schießgesellschaft an der Seite seiner zweiten Frau Veronika Faber, und ein Vierteljahrhundert brillierte er in der Rolle des Herrn Karl von Helmut Qualtinger.

In den letzten Jahren war der überaus freundliche Schauspieler stark abgemagert, er muss sehr krank gewesen sein. Die Bühnen haben einen Großen verloren.

Quelle: tz

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