Schausteller will keine aufwendige Prüfung

Ärger wegen Kettenkarussell-TÜV 

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Ein baugleiches Karussell auf der Wiesn.

München - Obwohl sein Kettenkarussell seit über 25 Jahren einwandfrei funktioniert, muss es ein Schausteller jedes Jahr aufwändig vom TÜV testen lassen. Jetzt klagt der Mann vor Gericht dagegen. 

Seit 1989 dreht sich das Kettenkarussell von Rudi Eberhardt ohne Probleme – so hat es der Schausteller aus Augsburg am Mittwoch vor dem Münchner Verwaltungsgericht berichtet. Trotzdem bangt er jetzt um seine Existenz. Er sagt: „Wir verkaufen gebrannte Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt – und den Rest vom Jahr sind wir mit dem Wellenflug unterwegs.“ Nicht auf der Wiesn, aber auf anderen bayerischen Volksfesten wie etwa in Augsburg.

Eberhardt klagt gegen den TÜV – er will verhindern, dass er sein Karussell jährlich aufwändig und teuer prüfen lassen muss. Jedes Jahr müssen die Schausteller ihre Betriebserlaubnis neu beantragen – dazu gehört eine TÜV-Prüfung. Seit 2005 gibt’s dafür eine EU-Norm, die für alte Fahrgeschäfte eigentlich nicht gilt. Weil die neue Norm wegen vieler Unklarheiten derzeit nicht angewandt wird und die alte überholt ist, prüft der TÜV die Karussells nach einem Katalog. „Das dauert zwei Wochen, kostet mich 6000 Euro und viel Zeit“, so Eberhardt. Weil’s nie Probleme bei 200 baugleichen Kettenkarussells gab, will er keine aufwändige Prüfung mehr. Ein Urteil gibt’s noch nicht. Das Gericht stellte fest: Augsburg ist zuständig. 

Jasmin Menrad

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