Die tz hakt nach

Und wia schaut's jetzt aus, Petra Perle?

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Petra Perle.

München - Petra Perle hat vor zwei Monaten den ältesten Wolle-Laden Münchens übernommen. Die tz hakte nach: Und wia schaut's jetzt aus?

Frau Perle, vor zwei Monaten übernahmen Sie in der Müllerstraße 50 den ältesten Wolle-Laden Münchens, und wia schaut’s aus, wie ist das erste Fazit? Kriegt sich die Kundschaft bei Ihnen ordentlich in die Wolle, hängen alle schon an der Nadel?

Petra Perle: Zu Frühjahrsbeginn einen Wolle-Laden zu eröffnen, das ist so, wie wenn du im Spätherbst eine Eisdiele aufmachst. Ist nicht die richtige Jahreszeit dafür. Wenn’s schön ist und warm, dann stricken und häkeln die Leute einfach weniger als im Winter. Aber das kommt schon noch, ich bin da guter Dinge. Ansonsten geht’s mir saugut, diesen Laden hier zu haben, ist ein Traum.

Sie kannten das Geschäft ja schon von früher, stimmt’s?

Petra Perle: Ja, ich bin ja drüben in der Fraunhoferstraße aufgewachsen, habe hier immer für den Handarbeits-Unterricht in der Schule eingekauft. Das ist einfach meine Gegend hier, und von daheim im Schlachthofviertel bin ich mit dem Radl immer gleich da. Die Nachbarn haben mich alle super aufgenommen, die sind alle ganz lieb. Und die Müllerstraße mag ich eh. Manchmal sitz ich einfach auf einem Stuhl vor dem Laden und schau mir die Straße an, die Leut’, die Trambahn, da rührt sich immer was.

Sie hatten bei unserem letzten Gespräch gemeint, Sie würden gerne auch ein Mitternachtshäkeln veranstalten. Fand das statt?

Petra Perle: Ja, fand es.

Und wie viele kamen?

Petra Perle: Wir waren zu zweit. Aber es war sehr lustig. Zu vorgerückter Stunde wurde der Austausch über Häkelmuster nur immer komplizierter. Besser besucht sind in jedem Fall die Strickrunden am Samstagnachmittag. Immer ab 14 Uhr bei schlechtem Wetter. Ansonsten nehmen meine Mitarbeiterin, die Frau Hafner, und ich gerne auch Aufträge an. Gerade mache ich für eine Kundin zwei Kleider. Loferl, also so Stutzen, und andere Trachteng’schichten haben wir auch schon gemacht.

Was wurde aus Ihrem Buch, das Sie schreiben wollten?

Petra Perle: Da habe ich mit dem Verlag gerade den Vertrag abgeschlossen. Muss bis Herbst fertig sein. 44 detaillierte Häkelanleitungen.

So dass das dilettantische Handarbeits-Stümper wie ich auch verstehen würden?

Petra Perle: Nun, bissl mit den Abkürzungen und den Abbildungen sollte man sich schon auskennen. Dass „LM“ etwa für Luftmasche steht. Aber das ist ganz schnell gelernt. Das kriegen Sie schon hin.

Was steht als nächstes an?

Petra Perle: Mit einer Freundin richte ich hinten im Laden noch einen Wellness-Bereich ein. Da gibt’s dann Lomi Lomi, das ist eine hawaiianische traditionelle Massage, und eine Fußreflexzonenmassage. Letztere findet übrigens im Sitzen statt, da kann man wunderbar nebenbei stricken. Das ist ja mein großes Ziel: Dass der Laden sozusagen eine Wollfühloase wird.

Florian Kinast

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