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Scheidung wie bei Cathy Hummels: Münchner Anwältin erklärt, welche Kosten entstehen und worauf man achten muss

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Von: Andreas Thieme

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Mats Hummels mit Ehefrau Cathy. Oktoberfestbesuch in der Käfer Schenke, am 23.09.2017 in München.
Auch ein Besuch auf dem Oktoberfest, wie hier 2017, gehörte für Mats Hummels und Cathy dazu. Beide lebten zu diesem Zeitpunkt in München, er spielte damals beim Fußballverein FC Bayern München. © IMAGO/Sven Simon

Scheiden tut weh - und ist oft verdammt teuer. So wie im Fall von Moderatorin Cathy Hummels und ihrem Gatten, Fußball-Star Mats Hummels. Welche Kosten bei einer Scheidung anfallen und worauf man achten muss, erklärt eine Münchner Fachanwältin.

München - Eine Scheidung von Promis geht oft in die Millionen. Vor allem, wenn es gemeinsame Immobilien gibt. Bei Normalbürgern ist es viel günstiger: Hier koste eine Scheidung „ungefähr ein Monatsgehalt von Besserverdienenden: also zwischen zwei- und fünftausend Euro“, erklärt Dr. Doris Kloster-Harz, Fachanwältin für Familien- und Erbrecht in München-Schwabing.

Aber: Wenn man aber länger streitet, wird es deutlich teurer. „Mein Tipp: Versuchen Sie sich rechtzeitig zu einigen“, sagt Kloster-Harz, die auf jahrzehntelange Erfahrung als Anwältin zurückblicken kann. Wer einen umfassenden Ehevertrag hat, sei deutlich im Vorteil. „Wenn das Paar sagt, wir sind auch immer noch einverstanden mit den vereinbarten Regelungen, dann geht eine Scheidung relativ schnell“, weiß Kloster-Harz. Es werde für die Beteiligten „natürlich auch billiger, wenn sie sich nicht monatelang streiten und dafür Anwälte engagieren. Mit dem gültigen Ehevertrag reicht es dann aus, wenn einer der beiden Partner über seinen Anwalt einen Scheidungsantrag stellt. Der andere stimmt zu. So entstehen nur Kosten für einen Anwalt. Die Gerichtskosten werden geteilt.“

Wenn der andere Partner sehr fair ist, könne er oder sie auch sagen: Wir teilen uns auch die Kosten für diesen Anwalt. „Trotzdem bleibt es der Anwalt von demjenigen, der ihn beauftragt hat“, sagt Kloster-Harz. Mit diesen Regelungen könne man die Scheidung preiswert halten und weiß im Grunde schon seit der Eheschließung, was auf einen zukommt.

Doch das gilt nur im Falle einer Einigung! Wenn es gemeinsamen Besitz wie Häuser oder Wertgegenstände wie Kunst gibt, wird es deutlich schwieriger. Dann können Scheidungen auch jahrelang dauern - und mitunter Millionen verschlingen. Etwa auch dann, wenn Firmengeflechte zwischen den Ehepartner aufgelöst werden müssen.

Der emotionale Schmerz steht aber für sich. In „Bunte“ sagte Cathy Hummels über ihre Scheidung: „Ich habe gelernt, meine Bedürfnisse an vorderste Stelle zu setzen – nach meinem Sohn. Das konnte ich lange nicht. Ich wollte alles tun, um eine glückliche Ehe zu führen, habe den Familienalltag organisiert, die Ferien, einfach alles. Und dann hatte ich mit 24 Jahren die schlimmsten Depressionen meines Lebens, mit Panikattacken. Ich habe meinen Mann sehr geliebt und wollte mich um alles immer perfekt kümmern, aber das ging so nicht weiter.“

Ein Schicksal, das viele Frauen teilen. Ihnen rät Doris Kloster-Harz ganz grundsätzlich: „Der Glaube an einen Unterhalt über längere Zeit in ausreichendem Maß ist ein Irrglaube. Die Erfahrung zeigt: Oft gibt es hier größere Probleme mit den Zahlungen. Ich kann Frauen nur den dringenden Rat geben, auch während der Ehe beruflich aktiv und wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu bleiben. Sie ersparen sich damit jahrelangen Ärger, graue Haare und Karriereverzicht – unterm Strich vielleicht sogar die Scheidung, weil sie für den Partner interessanter bleiben.“

Die Expertin weiß: Wenn es drei oder vier Immobilien gibt in der Ehe, und seien es auch nur kleine Appartements, streitet man ohne Ehevertrag über den Zugewinn. „Dann braucht man ein Gutachten zum Anfangswert der Immobilie, das belegt, was sie damals bei Eheschließung wert war. Und eines zum Wert, was die Immobilie jetzt wert ist zum Zeitpunkt, wenn der Scheidungsantrag zugestellt ist.“ Die Schwierigkeit hier sei oft, dass drei Gutachter drei verschiedene Ergebnisse präsentieren werden. „Es ist im Grunde immer ein Vabanque-Spiel. Ein Gerichtsverfahren kann dadurch sehr teuer werden, denn die Gutachterkosten bemessen sich am Wert der Immobilien.“ Mit Gutachten, Gegengutachten und Obergutachten seien schnell 20.000 Euro verbraucht.

Ohne Ehevertrag greifen die gesetzlichen Regelungen zur Scheidung, die aber durch eine Einigung ausgehebelt werden können durch das Ex-Paar. Diese müssen jedoch sinnvoll und ausgewogen gestaltet sein. Sittenwidrig wäre etwa, wenn ein Millionär seine Frau zum Verzicht auf Unterhalt, Versorgungsausgleich und Zugewinn drängt, weil er androht, ihr sonst die drei Kinder wegzunehmen. Kloster-Harz: „Das wird kein Richter durchgehen lassen.“

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