Nach der Scheidungsnachricht von Olli Kahn

2. Chance für die Liebe - warum es so selten klappt!

olli kahn
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Olli und seine Frau Simone im September 2008 nach Kahns Abschiedsfest. Damals gaben sie der Liebe eine 2. Chance.

München - Diese Nachricht kam aus heiterem Himmel: Nach jahrelangem Auf und Ab lässt sich Torwart-Titan Oliver Kahn von seiner Frau Simone scheiden.

Nach zehn Jahren Ehe ist die einstige Jugendliebe nun endgültig zerbrochen. Besonders bitter: Erst im letzten Jahr war der frühere Nationaltorwart und langjährige Bayern-Keeper nach fünf Jahren Auszeit zu seiner Ehefrau und den beiden Kindern zurückgekehrt! Damaliger Trennungsgrund: Olli Kahn hatte seine hochschwangere Ehefrau mit der 21-jährigen Disco-Aushilfe Verena Kerth betrogen, mit der er dann auch zusammen war. Als er schließlich reumütig zu seiner Ehefrau zurückkehrte, glaubten viele an ein Happy End. Doch nun ist auch der zweite Anlauf gescheitert. Und damit sind Olli und Simone Kahn nicht allein. Stefan Effenberg, Thomas Häßler, Lothar Matthäus: Viele Ehen von Profi-Fußballern sind in die Brüche gegangen. Woran das liegt und warum eine aufgewärmte Beziehung nur selten funktioniert:

Beckenbauer & Co: Scheidungen von Fußballerehen

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Oft verklärt man die erste Liebe

tz-Interview mit Dr. Stephan Lermer, Psychotherapeut und Paarberater

Herr Lermer, warum scheitert der zweite Anlauf so oft?
Stephan Lermer:

Weil er oft aus den falschen Gründen unternommen wird: Nach ein paar Wochen Single-Leben erkennt man, dass es gar nicht so toll ist, wie man sich während der Beziehung immer vorgestellt hat – und dass man als Single auf der Suche weniger begehrt ist als ein Mensch in einer Beziehung, der ausstrahlt, liebens- und begehrenswert zu sein. Aus der Einsamkeit und der Angst heraus, keinen Partner mehr zu finden, verklärt man die vorangegangene Beziehung. Und wenn man sie dann wieder hat, kommt es zur Enttäuschung: Der Blick auf den Partner ist wieder klar.

Und wenn es keine Täuschung war, sondern tatsächlich die wahre Liebe, die man damals verkannt hat?
Stephan Lermer:

Dann endet die Beziehung oft, weil beide Partner leicht in alte Muster verfallen. Es gab ja Gründe, warum die Beziehung zu Ende gegangen ist. Das bedeutet, dass ein neuer Anlauf Arbeit bedeutet – und die scheuen viele. Wenn man bedenkt, dass Ehepaare im Schnitt neun Minuten pro Tag reden, sieht man, wie groß der Änderungsbedarf ist. Männer neigen zum Beispiel dazu, wieder zu wenig Respekt zu zeigen. Frauen dazu, auf ihren in der Single-Phase gewonnen Freiheiten zu beharren.

Kahn und seine Frauen

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Apropos Freiheiten: Ist es für einen zweiten Anlauf besonders schwer, wenn es zwischenzeitlich andere Frauen oder Männer gab oder sogar der Trennungsgrund ein(e) andere(r) war?
Stephan Lermer:

Nicht unbedingt: Wenn kein Drittpartner bei der Trennung im Spiel war, heißt das ja, dass die Schere zwischen den Partnern schon sehr groß war. Außerdem kann ein Zwischenpartner dabei helfen, seine Ansprüche runterzuschrauben, zu erkennen, was man erwarten kann und was nicht – und letztendlich den alten Partner wieder zu schätzen. Trotzdem ist gerade in Zeiten der Internet-Bekanntschaften ganz wichtig, die vorübergehenden Liebeleien beim zweiten Versuch konsequent zu beenden. Viele tendieren sonst schon bei kleinen Krisen dazu, wieder auf diese zurückzugreifen – und dann ist die Beziehung endgültig verloren.

Und wie schafft man es, nicht immer wieder schwach zu werden?
Stephan Lermer:

Indem man die vorübergehende Trennung nicht als Mangel, sondern als Veränderung sieht. Wenn man in denselben Räumen lebt, dieselben Rituale pflegt und Freunde trifft wie zuvor, wird man ständig an den alten Partner erinnert – und fühlt sich nur als halber Mensch. Wenn man jedoch etwas Neues anfängt – das fängt mit dem Rausschmeißen des Bettes an – dann kann man der Trennung etwas Gutes abgewinnen. Und sie wird zu einer Trennung für immer.

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Oliver Kahns Kindheit

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