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Schießstätte Hubertus: Gegner wollen Grundstück kaufen

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In der Schießstätte Hubertus wird die Tradition groß gehalten: Schon 1924 taten sich Jäger, Förster und Schützen hier zusammen. © Kruse

München - Neuer Wirbel um die Schießanlage im Forstenrieder Park: Die Schützen des Vereins Hubertus wollen das Gelände im Münchner Süden kaufen und ausbauen.

 Jetzt aber schießen die Gegner der Bürgerinitiative quer – und wollen selbst das Grundstück dem Freistaat abkaufen. Doch im Bayerischen Landtag kracht es gewaltig. Die Mega-Schießanlage scheint unsicherer denn je. Die Heimat der Hubertus-Schützen im Forstenrieder Park von 1924 entspricht schon lange nicht mehr modernster Technik. Der Verein will umbauen und hatte auch längere Schießzeiten beantragt.

Seitdem streitet Forstenried, vor allem um den neuen Trap-Stand, im Volksmund Tontaubenschießen: Die Schützen planen einen 20 Meter hohen Mega-Wall – rund um eine Fläche von rund 260 mal 160 Metern! Der Verein hat das Gelände vom Freistaat gepachtet, verhandelt offenbar über einen Kauf. Den will die Bürgerinitiative verhindern. „Wir haben selbst Interesse angemeldet“, sagt Vorsitzender Heinz Kuhnert. Zwei Briefe habe er an die zuständige Immobilien Bayern geschrieben, aber bis zur gesetzten Frist am Montag keine Antwort erhalten.

München, seine Straßen, ihre Namen

fptp 

Die Initiative würde das rund zehn Fußballfelder große Gelände dem Wald zurückgeben. Das wäre das Ende der Schützen im Forstenrieder Park. Die Immobilien Bayern verweist an das übergeordnete Finanzministerium. Dort sagt Sprecher Horst Wolf der tz: „Es ist noch gar nicht entschieden, ob das Grundstück überhaupt verkauft wird.“ Das könne auch per Ausschreibung geschehen – dann könnte die Bürgerinitiative mitbieten. Eine Entscheidung soll bis Weihnachten fallen.

Die Staatsregierung geht in Deckung: Schließlich steht sie unter Beschuss von Nachbarn, Umweltschützern, Stadt und Parteien – inklusive der eigenen CSU! Rund 60 Petitionen haben die Nachbarn beim Landtag eingereicht. Jetzt stellt der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Eike Hallitzky, sogar die Rechtmäßigkeit eines Verkaufs an die Schützen in Frage. Der Sachverhalt umfasse eine „erhebliche politische Dimension“ und müsse im Haushaltsausschuss geklärt werden. Die Schützen verstehen den Wirbel nicht. „Wir wollen keinen Anlieger verärgern“, beteuert Hubertus-Schatzmeister Christian Oberhofer. Der Wall werde hinter Bäumen verschwinden und diene nur dem Lärmschutz. „Wir dachten, die Nachbarn loben uns dafür“, sagt der Schütze. „Aber leider ist kein normales Gespräch mehr möglich.“ Die Bürgerinitiative habe mehrere Angebote ausgeschlagen. Derzeit plane der Verein die ganze Anlage um, neue Gutachten müssen her. Das ergab ein Termin im Umweltreferat in dieser Woche.

Unter anderem fordert die Stadt eine Untersuchung der Blei-Belastung durch die Munition im Boden, sagte Stadtdirektor Günter Wegrampf der tz. Bis Ende Januar sollen die Schützen ihre Pläne neu einreichen.

David Costanzo

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