Schläger-Prozess: Doch kein Geständnis?

München - Im Prozess um einen Gewaltexzess von Schweizer Jugendlichen werden vor dem Landgericht München keine weiteren Geständnisse erwartet. Ein Anwalt erhebt jetzt Vorwürfe.

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Schweizer Schläger bricht sein Schweigen

Das sagte der Vorsitzende Richter Reinhold Baier am Donnerstag. Einer der drei Angeklagten hatte am Mittwochabend nach monatelangem Schweigen ein Geständnis angekündigt. Kurz zuvor hatte der heute 18-Jährige seinen Verteidiger gewechselt. Sein neuer Anwalt Steffen Ufer erhob am Donnerstag Vorwürfe gegen seinen Vorgänger: “Er hat einen jungen Menschen, der bei der Polizei schon alles gestanden hatte, wie einen Mafioso verteidigt.“

Die drei Schweizer sind unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Sie sollen bei einer Klassenfahrt ihrer Berufsschule am 30. Juni 2009 in München fünf Passanten schwer misshandelt haben. Zwei Opfer - darunter ein Geschäftsmann aus Ratingen - wurden dabei lebensgefährlich verletzt.

Sein Mandant habe sich nicht vorstellen können, dass dabei jemand zu Tode kommt und hatte keine Tötungsabsichten, betonte Ufer. Mit dem Anwalt des Mannes habe er über einen Täter-Opfer-Ausgleich und Schmerzensgeld gesprochen, sagte der Verteidiger. Einen Betrag nannte er aber nicht.

Seit März wird gegen die Jugendlichen verhandelt. Auf Anraten ihrer Anwälte hatten alle Angeklagten im Prozess bislang geschwiegen. Ursprünglich waren für diesen Donnerstag die Plädoyers von Verteidigung und Staatsanwaltschaft geplant. Diese fallen nach Angaben Baiers wegen des überraschenden Geständnisses nun erst einmal aus.

dpa

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