Schläger vom Frühlingsfest

Diese Bayern-Fans prügelten einen BVB-Fan fast tot!

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Die drei Angeklagten sitzen sitzen seit dem Tag ihrer Prügel-Attacke gegen den BVB-Fan in Untersuchungshaft.

München - Drei FC-Bayern-Fans haben einen 22-Jährigen am Frühlingsfest fast tot geprügelt - nur weil er BVB-Fan war. Jetzt wird ihnen der Prozess gemacht. Einer der Angeklagten stellt sich selbst als Opfer dar.

Das Opfer lag schon bewusstlos am Boden. Doch das spornte die drei Bayern-Fans beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese erst richtig an: „In der Art eines Fußballers traten sie abwechselnd auf den Kopf ihres Opfers ein“, sagte der Staatsanwalt gestern beim Prozess-auftakt gegen die Schläger. Sie müssen sich vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten! Opfer Maher A. überlebte zwar, ist aber seither schwer behindert. Und das nur, weil er Dortmund-Fan ist.

"Halt die Fresse!" - dann ging die Schubserei los

Julius M. (23), Altug Ö. (21) und Daniel D. (17) hatten am Abend des 4. Mai 2013 – wenige Wochen vor dem Champions-League-Finale der Bayern gegen Dortmund – mit Freunden im Bayernland-Festzelt ordentlich einen draufgemacht und zogen in Richtung U-Bahn. Vor dem Fahrgeschäft Top Spin begegneten sie einer Gruppe BVB-Fans. Zumindest der Angeklagte Julius M. soll lauthals ein Schmählied gegen Borussia Dortmund gegrölt haben.

„Halt die Fresse!“, war die prompte Aufforderung der BVB-Fans um Maher A., Faris A. und Firas J. Es kam zu einer Schubserei. Polizeibeamte in Zivil griffen ein und trennten die Streithähne. Zunächst.

Opfer leidet unter Lähmungen und Erinnerungsstörungen

Doch kaum 20 Meter weiter ging es wieder los. Die drei Iraker stellten sich Altug Ö. in den Weg. Wieder kam es zu Provokationen. Julius M. schlug mit brutaler Gewalt Maher A. ins Gesicht, der benommen zu Boden fiel. „Als der Geschädigte wieder aufstehen wollte, trat ihm der Angeklagte Ö. mit dem Fuß ins Gesicht, so dass der Geschädigte wieder zu Boden ging und das Bewusstsein verlor“, so der Staatsanwalt. Danach trat das gesamte Trio abwechselnd auf den Schädel des Bewusstlosen ein!

Passanten und Polizisten hatten große Mühe, die Täter von weiteren Fußtritten abzuhalten. Maher A. kam in die Intensivstation, die Ärzte konnten sein Leben retten. An den Folgen der Hirnblutungen leide der Kaufmann aber nach wie vor. Er habe Lähmungen und Erinnerungsstörungen, so seine Anwältin Gabriele Schöch zur tz. Arbeiten könne der 22-Jährige bis heute nicht.

Vor Gericht sagt Julius M. nichts zur Tat, Altug Ö. stellt sich selbst als Opfer dar. Die BVB-Fans hätten zuerst ihn attackiert. Einen Fußtritt gibt er zu, behauptet aber, dieser sei nicht sehr fest gewesen. Der Prozess geht heute weiter.

Eberhard Unfried

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