Schlag gegen die Tacho-Mafia: 26 Haftbefehle

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Razzia bei einem Autohändler an der Bodenseestraße

München - Großrazzia in München: Der Polizei ist am Dienstag ein Schlag gegen einen Autohändler-Ring gelungen, der in großem Stil Tachos an Luxuslimousinen manipuliert haben soll.

Münchens erster (und bislang auch einziger) Geldscheinhund namens Balu hatte am Dienstag seinen ersten offiziellen Polizeieinsatz. Und was für einen! 500 Polizisten, Steuerfahnder und Staatsanwälte durchsuchten seit den frühen Morgenstunden in München die Standplätze, Häuser und Wohnungen von 148 Gebrauchtwagenhändlern, Taxiunternehmen und Elektronikspezialisten. Es geht um millionenschwere Betrügereien durch Manipulationen an den Tachos teurer Luxusautos, die auf diese Weise schlagartig jünger und damit auch viel zu teuer weiter verkauft wurden.

Der Schwerpunkt der Razzien lag in München und Umgebung, Auch in Traunreut (Landkreis Traunstein) und Starnberg wurde durchsucht. Im Allgäu deckte die Polizei im Jahr 2009 bereits ähnliche Machenschaften auf. Dort hatten Spezialisten unter dem Einsatz von Spezialchips speziell die komplexe Elektronik großer BMW und Mercedes ausgetrickst und einer illegalen Verjüngungskur unterzog. Im weitaus größeren Stil war die Tacho-Mafia in München aktiv.

Über Monate hatte die Polizei die Großrazzia am Dienstag unter äußerster Geheimhaltung vorbereitet. Die Betrüger kauften auch in Italien speziell Luxuswagen mit hohen Kilometerständen auf. Auch Leasing-Fahrzeuge sollen auf diese Weise manipuliert worden sein. Bis zum frühen Abend wurden 235 Autos abgeschleppt und 26 Haftbefehle vollzogen. Goldhund Balu erschnüffelte in Verstecken die enorme Summe von 550 000 Euro Bargeld. Zudem wurden Sachwerte in Höhe von 250 000 Euro beschlagnahmt. Heute wird die Polizei weitere Hintergründe bekanntgeben.

Dorita Plange

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