CT-Gerät kaputt: Keine Diagnose

Schlaganfall in Klinik: Frau (47) verklagt Ärzte

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Enttäuscht vom Prozess: Birgit C. (l.) mit ihrer Anwältin Thinesse-Wiehofsky

München - Bei einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an. Je eher die Ärzte eingreifen, desto größer die Chance, von schlimmen Folgen verschont zu bleiben.

Bei einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an. Je eher die Ärzte eingreifen, desto größer die Chance, von schlimmen Folgen verschont zu bleiben. Birgit C. (47) war jedoch in eine Klinik gebracht worden, in der die Ärzte nicht helfen konnten. Grund: Eine Computertomografie war im Klinikum Perlach zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich, weil das Gerät kaputt war! Wertvolle Zeit verstrich. Jetzt klagt die Versicherungskauffrau auf 250 000 Euro Schadensersatz.

Der 21. November 2007 hat ihr Leben jäh verändert. „Der Wecker ging wie immer um 5.50 Uhr“, erzählt Brigit C. der tz. „Ich versuchte aufzustehen, aber es ging nicht.“ Mit Mühe sei es ihr gelungen, sich aufs Bett zu setzen. „Mein Mann saß daneben, ich konnte nichts sagen.“ Es sei einige Zeit vergangen, dann: „Plötzlich war alles weg.“

Sie habe sofort gewusst, dass dies ein Alarmzeichen war und rief den Notarzt.Dieser habe den Vorfall sehr ernst genommen. Sie hatte eine „TIA“ erlitten, einen kleinen Schlaganfall, dem häufig ein schwerer folgt.

Der Rettungswagen fuhr ins nahe Klinikum Perlach. Der Notarzt wusste nicht, dass das dortige CT-Gerät defekt war. Sie habe eine Infusion erhalten, sonst hätte sie keine Behandlung erhalten, sagt Birgit C. Nachdem keine weiteren Symptome auftraten, sei sie entlassen worden. Sie musste noch auf die Toilette: Dort brach sie bewusstlos zusammen!

„Glücklicherweise hat mein Mann auf mich gewartet“, so Birgit C. Dieser alarmierte die Ärzte. Sie wurde ins Klinikum Harlaching verlegt, wo es eine voll ausgerüstete Schlaganfall-Einheit gibt. Die Rettung!

„Die Aufnahme in der Klinik in Perlach war grob fehlerhaft“, sagt ihre Anwältin Claudia Thinesse-Wiehowsky. „Es war bekannt, dass dort kein CT-Gerät zur verfügung stand.“

Vor dem Oberlandesgericht sieht es aber nicht gut für die Klägerin aus. Richterin Maria Vavra: „Die Verlegung nach Harlaching erfolgte zeitgerecht und korrekt.“ Zuvor sei auch keine Dringlichkeit geboten gewesen, „weil die Klägerin beschwerdefrei war“.

Die Folgen sind schlimm für Birgit C.: „Ich kann nicht mehr sprechen wie früher. Mehr als vier Stunden täglich kann ich nicht arbeiten.“ Vom Urteil am 8. August erwartet sie nichts: „Ich verliere.“

Eberhard Unfried

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