Vandalen am Ufer immer schlimmer

Würg! Schlange an der Isar gegrillt

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Anwohnerin Sara P. hat mit ihrem Hund Rüpel nun sogar eine gegrillte Schlange gefunden.

München - Scherben, Feuer, Dreck: Der Vandalismus am Isar-Ufer wird immer schlimmer. Jetzt hat eine Münchnerin beim Gassi-Gehen mit ihrem Hund auch noch eine gegrillte Schlange gefunden!

Was ist das denn? Als die Kinderpflegerin Sara P. (33) am Dienstag wie jeden Tag mit ihrem Hund an der Isar entlangschlendert, erschrickt sie: Das ist doch eine Schlange! Das tote Tier liegt neben einer offenen Feuerstelle – man hat es da drin gegrillt! „Ich habe nichts gegen Party“, sagt die Anwohnerin. „Aber das geht zu weit. Ein paar Idioten denken, hier alles machen zu können!“

Die tz hat das Foto einer Expertin gezeigt: Sabine Öfner, Fachtierärztin für Reptilien in der Münchner Auffangstation für Reptilien. „Es könnte sich um eine Ringelnatter handeln, eine eindeutige Identifizierung bei diesem Zustand ist aber schwierig.“ Sie ist sich sicher: „Die Verbrennungen sind eindeutig zu sehen. Fraglich ist, ob die Schlange noch lebendig oder schon tot war, bevor sie ins Feuer kam.“ So oder so: Wer verbrennt ein Tier einfach aus purer Zerstörungswut? Der Verursacher wird wohl nie gefunden werden.

Offenes Feuer, Scherben und Sperrmüll: Alltag an den Isarufern im Sommer.

Auch der Verein Deine Isar beklagt: Der Vandalismus nimmt zu! „Mittlerweile sind das Hundekot- und das Müllproblem kleiner geworden“, sagt Hartmut Keitel, Initiator der Isar-Aktion. Dafür brenne es nun an anderer Stelle. „Seit etwa zwei Jahren wird immer mehr offenes Feuer gemacht, auch oben an der Reichenbachbrücke, wo schon Grillen verboten ist. Aber Polizei und Sicherheitsdienst schreiten nicht ein.“

Das stinkt nicht nur zum Himmel, sondern hat fatale Folgen für die Natur, wie Keitel berichtet: „Das herumliegende Altholz in den Auen ist schon fast verbraucht. Immer öfter reißen Grillgäste frische Äste aus dem Unterholz und verheizen sie.“

Anwohnerin Sara P. kann beim Gassigehen an der Isar manchmal nur den Kopf schütteln. „Es gibt beispielsweise auch immer mehr Dreck unter den Büschen. Und dabei handelt es sich nicht nur um tierische Hinterlassenschaften …“

Offenes Feuer, Scherben und Sperrmüll: Alltag an den Isarufern im Sommer.

Ein weiteres großes Problem: die zunehmenden Scherben im Fluss. Isarretter Keitel sagt: „Durch die vielen Flaschensammler gibt es zwar weniger herumliegende, intakte Pfandflaschen. Aber es gibt immer mehr Wahnsinnige, die Flaschen mutwillig zerschmeißen oder anders zerstören. Und das ist wirklich gefährlich!“ Für Menschen und Tiere. Isar-Anwohnerin Sara P. weiß ein Lied davon zu singen: „Die Scherben haben meinem Hund vergangenen Sommer viermal die Pfote zerschnitten. Ich hab schon überlegt, meine Wohnung im Sommer unterzuvermieten und woanders hinzuziehen.“

Nina Bautz

Die neue Fluss-Kampagne

Der Verein Deine Isar setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz von Mensch und Natur am Fluss ein. Heuer haben sich die Macher um Hartmut Keitel eine neue Plakatidee einfallen lassen: Das Motiv ist eine Postkarte, der Absender ist die Isar selbst. Mit vier verschiedenen Sprüchen wie „Seit du da warst, liegt meine Welt in Scherben. Deine Isar“ sollen die Isargäste zum Nachdenken angeregt werden. Ebenfalls neu: Isarseminare für Schulklassen, die direkt vor Ort den Fluss kennenlernen und für die Probleme sensibilisiert werden, indem sie zum Beispiel den Müll zählen. Keitel: „Das Angebot wird gut angenommen. Wir haben schon über 30 Seminare geplant.“

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