Leichenfund von Straubing

Schlangen aus dem Todeshaus landen in München

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Reptilien-Experte Dr. Markus Baur mit der Anakonda aus dem Todeshaus

München - Es hat begonnen mit einer gespenstischen Szene und endet jetzt mit einem ganz konkreten Platz-Problem: Was tut man mit 46 herrenlosen Riesenschlangen? Sie kommen nach München.

Es geht um jene Pythons und die Anakonda, die im Straubinger Todeshaus gelebt hatten. Am Montag der vergangenen Woche war Schlangenzüchter Heiko R. (40) tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Vier Pythons und eine Anakonda krochen um die Leiche ihres Besitzers herum, weitere 41 Tiere waren in verschlossenen Terrarien untergebracht.

Jetzt sind die Würgeschlangen alle in München – und da bleiben sie in der nächsten Zeit auch. Die Behörden haben die Schlangen in die Obhut der Reptilien-Auffangstation an der Kaulbachstraße gegeben: Hier kümmert sich der renommierte Experte Dr. Markus Baur mit seinem Team um die Tiere. Problem: Eigentlich ist zu wenig Platz für insgesamt 116 Meter Schlange. Baur: „Für so viele Tiere sind wir nicht ausgelegt.“ Deshalb sollen in den nächsten Tagen rund 20 der Pythons vorübergehend ins Tierheim umziehen. Der Vorsitzende Kurt Perlinger sagt: „Der Tierschutzverein hat sich kurzfristig dazu entschlossen, die Tiere aufzunehmen. Es handelt sich ja um einen Notfall.“

Was später mit den Schlangen passiert, steht noch nicht fest. Die Behörden müssen klären, wem sie nach Heiko R.s Tod überhaupt gehören und wer sie halten darf. Möglicherweise bekommen Baur und sein Team die komplette Verantwortung für die Schlangen – dann würden sie sie wohl an geeignete Züchter oder Zoos vermitteln.

Woran genau R. gestorben ist, steht nach wie vor nicht fest. Allerdings handelt es sich nach Einschätzung der Polizei um einen natürlichen Tod – die Schlangen hatten nichts damit zu tun. Es gab keine Würgemale oder Druckstellen.

Uli Heichele

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