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Menschen im Leichenwagen geschmuggelt

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In diesem kleinen Verschlag in einem Leichenwagen wurden Menschen vom Irak nach Europa geschleust. © Polizei

München - Die Münchner Polizei hat einen international agierenden Schleuserring gesprengt. Sieben Iraker stehen im Verdacht, unter anderem mit einem umgebauten Leichenwagen mindestens elf Landsleute nach Europa geschmuggelt zu haben.

Am vergangenen Dienstag hatte die Polizei Wohnungen in München und Fürstenfeldbruck durchsucht, gegen zwei Hauptverdächtige erging Haftbefehl.

Im September war italienischen Grenzbeamten im Hafen von Bari ein Leichenwagen mit Münchner Kennzeichen aufgefallen, weil er ohne Sarg unterwegs war. Bei der Kontrolle entdeckten die Beamten unter dem Platz für den Sarg einen etwa 60 Zentimeter breiten, 28 Zentimeter hohen und 1,80 Meter langen Hohlraum, in dem zwei Iraker lagen.

Durch einen Verbindungsbeamten in Bari erfuhr die Münchner Polizei von dem Fall und nahm Ermittlungen auf. Dabei stellte sie fest, dass sich im Umfeld des 41-jährigen Fahrzeughalters aus Dachau eine Gruppe gebildet hatte, die regelmäßig Iraker schleuste. Den Leichenwagen hatte die Bande gebraucht gekauft, keiner der Verdächtigen ist selbst Bestatter. Eine Schleusung soll laut Polizei zwischen 4000 und 7000 Euro gekostet haben.

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