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Schleuserbande liefert Komplettpaket: Einreise, Heiratsvermittlung mit Rumänen - und Hochzeit in Dänemark

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Schleuserbande liefert Komplettpaket: Einreise, Heiratsvermittlung - und Hochzeit in Dänemark
Als Ehepartner dienten Rumänen, geheiratet wurde in Dänemark (Symbolbild). © dpa / Patrick Pleul

Die Bundespolizei München hat gemeinsam mit Europol eine internationale Schleuserbande gefasst. Sie vermittelten für Nepalesen und Inder ein Komplettpaket. Vom Touristenvisum bis zur Hochzeit.

München - Die Bundespolizei München berichtet: Ein Ermittlungsverfahren der Münchner Bundespolizei gegen eine nepalesisch-indische Schleuserbande hat am Mittwoch zu fünf Festnahmen, drei davon im Ausland, geführt. 

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I und in Zusammenarbeit mit Europol, Eurojust sowie den rumänischen und polnischen Ermittlungsbehörden wurden siebzehn Wohnungen in Deutschland, Rumänien und Polen durchsucht.

Internationaler Schleuserring arbeitete europaweit

Das Ermittlungsverfahren der Bundespolizei richtet sich gegen eine internationale Schleusergruppierung, welche vornehmlich nepalesische und indische Staatsangehörige nach Deutschland verbracht und ihnen hier Aufenthaltstitel beschafft haben soll. 

Eingereiste werden mit Rumänen verheiratet - in Dänemark

Der Aufenthalt in Deutschland soll durch die Organisation dadurch gesichert worden sein, dass Ehen mit rumänischen Staatsangehörigen vermittelt wurden. Die Eheschließungen selbst wurden wiederum hauptsächlich in Dänemark vollzogen.

Bundespolizei: „ein Komplettpaket“

Für ein "Komplettpaket" von der Einreise nach Deutschland über die Ehepartnervermittlung bis hin zur Beantragung des Aufenthaltstitels waren bis zu 12.000 Euro pro Person an die Organisation zu bezahlen. Auch die Buchung von Teilleistungen war möglich.

Die Schleusungen nach Deutschland wurden im Wesentlichen durch Verschaffung von deutschen Touristen-Visa beziehungsweise polnischen oder zypriotischen Aufenthaltstiteln realisiert.

Unbenützte Eheringe beschlagnahmt

Die verhafteten Beschuldigten wurden einvernommen und der Justiz überstellt. Bei den gestrigen Durchsuchungen beschlagnahmten die Polizeibeamten zudem umfangreiche Beweismittel wie beispielsweise Eheschließungsunterlagen, Visitenkarten von Hochzeitsplanern, mehrere bislang unverwendete Eheringe, Speichermedien sowie 14.000 Euro Bargeld. 

Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert an. In zwei der durchsuchten Wohnungen trafen die Einsatzkräfte weitere acht Personen an, bei denen der Verdacht der Scheinehe besteht. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet.

Durch die Ermittlungen konnten bislang fünfzehn Fälle geschleuster Personen konkretisiert werden. Der Hauptverdächtige rühmt sich allerdings, mehr als 200 Scheinehen vermittelt zu haben. Demzufolge werden die Ermittlungen fortgesetzt.

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