In der Sendlinger Straße

Schließt Abercrombie & Fitch? Das ist an den Gerüchten dran

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Kreischende Teenies bei Abercrombie & Fitch - das war einmal. Hartnäckig halten sich Gerüchte, der Laden in der Sendlinger Straße könnte bald schließen.

München - Lange Schlangen vor Abercrombie & Fitch in der Sendlinger Straße sind passé. Hartnäckig halten sich Gerüchte, die Modekette könnte bald aus der Innenstadt verschwinden. Wir haben nachgefragt.

Bei der Eröffnung im Herbst 2012 standen die Münchner noch Schlange. Doch mittlerweile ist der einstige In-Laden Abercrombie & Fitch vor allem eins: So ziemlich out. Nicht einmal zweieinhalb Jahre nachdem es für Abercrombie & Fitch in der Sendlinger Straße los ging, werden immer wieder Gerüchte laut, es könnte bald Schluss sein.

Viele Teenies haben sich von ihrem einstigen Traum-Laden abgewandt. In der Münchner Filiale ist es zwar nicht leer, Besuchermassen sehen aber anders aus. Im dritten Quartal 2014 sind die Umsätze des US-Unternehmens eingebrochen.

Ungestählte Körper von Couch-Potatos in den körperbetonten Surfer-Klamotten? Definitiv nicht erwünscht, ließ Ex-Firmenchef Michael Jeffries seine Kunden schon im Jahr 2006 wissen. "Ganz ehrlich, wir wollen die coolen Kids", sagte er. "Die Fetten" seien als Zielgruppe nicht interessant. Später entschuldigte er sich auf Facebook für diese Aussage, doch ein Image-Schaden blieb.

"Ein Laden in dieser Lage würde keine Sekunde leer stehen"

Im Dezember verabschiedete sich Abercrombie & Fitch von Jeffries. Die US-Modekette verzichtet mittlerweile größtenteils auf Logos auf ihrer Kleidung. Zurückhaltender sollen die Klamotten damit werden - und damit auch wieder angesagter.

Ob das reichen wird, die Läden in Deutschland zu halten, ist unklar. Zum Umsatz der Münchner Filiale äußert sich Abercrombie & Fitch nicht. Auch zu den Gerüchten um das angebliche baldige Ende gab es zunächst kein Statement des Unternehmens. Mitarbeiter des Münchner Ladens dürfen keine Auskunft geben. "Wir kommentieren grundsätzlich gar nichts", hieß es aus dem Geschäft in der Sendlinger-Straße auf Nachfrage. Die US-Presseabteilung des Konzerns teilte unserer Online-Redaktion am Mittwoch-Nachmittag dann mit: "Die Gerüchte sind falsch. Wir haben derzeit keine Pläne, unseren Abercrombie & Fitch-Laden in München zu schließen."

Dass Abercrombie & Fitch bald zumacht, das kann sich auch Wolfgang Fischer von den Münchner Innenstadtkaufleuten nicht vorstellen. "An all den Gerüchten ist nach all unseren Informationen nichts dran." Ihm dränge sich manchmal der Eindruck auf, diese Gerüchte würden von Unternehmen gestreut, die selbst gerne eine Immobilie in solch hervorragender Lage hätten.

Denn: Die Nachfrage nach Ladenflächen in der Innenstadt ist weit höher als das Angebot. "Ein Laden in dieser Lage würde keine Sekunde leer stehen."

Die Innenstadtkaufleute wollen sich der negativen Haltung vieler Kunden gegenüber der US-Modekette nicht anschließen. "Wir sehen Abercrombie & Fitch als positiv für die Münchner Innenstadt an", sagt Fischer. Die US-Modekette mache die Innenstadt in Bayern einzigartig und ziehe Kunden in die Fußgängerzone. Fischers Prognose zu Abercrombie & Fitch: "Ich denke, die werden die Kurve kriegen."

wei

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